Chemotherapie-induzierte Obstipation: Ohr-Akupunktur hilft

Sebastian
Ohr-Akupunktur kann Verstopfung lösen
Verstopfung ist eine häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie bei Brustkrebs-Patientinnen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass durch Ohr-Akupressur die Opstipation gelöst werden kann.

Die Ohrakupunktur ist eine besondere, häufig angewendete Form der traditionellen chinesischen Heilmethode. (Bild: photophonie/fotolia.com)

In der Studie untersuchte ein koreanisches Wissenschaftlerteam, inwieweit Ohr-Akupressur die Verstopfungsbeschwerden von chemotherapeutisch behandelten Brustkrebspatientinnen lindern und ihre Lebensqualität erhöhen kann.

Dazu wurden 56 Patientinnen randomisiert auf zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Die Verumgruppe erhielt sechs Wochen lang eine Ohr-Akupressur, wobei die ersten drei Wochen in einen chemotherapeutischen Behandlungszyklus fielen. Die andere Gruppe erhielt die Standardbegleitung.

Für die Therapie der Verumgruppe wurden Samen des Kuhkrautes (Vaccaria) an den sieben Ohr-Akupressurpunkten Dickdarm, Rektum, San Jiao, Milz, Lunge, Vegetativum und Subcortex fixiert und so fest gedrückt, bis die Patientinnen einen leichten Schmerz verspürten.

In den folgenden Tagen sollten die Frauen drei- bis viermal täglich die jeweiligen Regionen manuell stimulieren. Nach fünf Tagen wurden die Samen entfernt. Es folgten zwei behandlungfsfreie Tage bis zur nächsten Akupressurbehandlung.

Bei allen Studienteilnehmerinnen wurde mittels Constipation Assessment Scale (CAS) und Bristol Stool Form (BSF) der Grad der Verstopfung und deren Beeinträchtigung der Lebensqualität mittels Patient Assessment of Constipation-Quality of Life (PAC-QOL) erfasst.

Es zeigte sich, dass bereits nach dreiwöchiger Ohr-Akupressur die Patientinnen deutlich weniger Verstopfungsbeschwerden (CAS) sowie eine bessere Stuhlbeschaffenheit (BSF) hatten. Ausserdem stuften Sie selber ihre Lebensqualität positiver ein (PAC-QOL) als die Kontrollgruppe. Nach sechs Wochen waren alle Werte ebenfalls besser. Im Unterschied dazu verbesserten sich die Werte der Kontrollgruppe nur geringfügig. Quelle: Carstens Stiftung. Die Studie finden Sie hier.