Cholera: Gefährliche Infektionskrankheit in Kuba

Alfred Domke

USA warnt vor möglichem Cholera-Ausbruch in Kuba

24.08.2013

Im Osten Kubas gebe es amerikanischen Behörden zufolge Hinweise auf einen Cholera-Ausbruch. Ebenso scheint es Fälle in Havanna zu geben und auch Touristen hätten sich infiziert.

Cholera galt in Kuba als ausgerottet
In einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung warnte die diplomatische Vertretung der USA in Kuba vor einem möglichen Cholera-Ausbruch auf der Karibikinsel. Im Osten Kubas gebe es Hinweise auf einen Ausbruch und auch über einzelne Fälle in der Hauptstadt Havanna gebe es Berichte. Seit 1882 galt die Cholera in Kuba als ausgerottet. Die kubanischen Behörden räumten jedoch im Sommer 2012 ein, dass es mehr als 400 Fälle auf der Insel gebe. Und Anfang 2013 wurden Gerüchte über 51 neue Fälle in der Hauptstadt Havanna behördlich bestätigt.

Gefahr durch verunreinigtes Wasser
Von verunreinigtem Wasser gehe die größte Gefahr für eine Ansteckung aus. Die „üblichen Quellen“ wie unsachgemäß gekochter Fisch und rohe Meeresfrüchte stellen laut dem Warnhinweis ein Risiko dar. Cholera-Bakterien werden unter anderem über Lebensmittel oder Trinkwasser verbreitet, die mit menschlichen Fäkalien verunreinigt sind. Nach Informationen der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation OPS haben sich auch ausländische Touristen mit Cholera angesteckt. So zählen ein Italiener, zwei Venezolaner und zwei Chilenen zu den Betroffenen.

Cholera kann tödlich sein
Jedes Jahr erkranken weltweit zwischen drei und fünf Millionen Menschen an Cholera. Die Erkrankung gehört zu den schweren Infektionskrankheiten, die unbehandelt zum Tod des Betroffenen führen kann. Infizierte bekommen sehr starken Durchfall und der Körper verliert am Tag bis zu 25 Liter Flüssigkeit. In 99 Prozent der Fälle sei die Krankheit heilbar, wenn der extreme Wasser- und Salzverlust behandelt werde. Reisende könnten vorbeugen, indem sie nur abgekochtes oder abgefülltes Wasser trinken. Obst sollte geschält und Speisen gut durchgegart werden. Häufiges Händewaschen reduziere die Ansteckungsgefahr ebenfalls.

Keine Panik auslösen

Die Krankheitsfälle würden von den kubanischen Behörden weiterhin streng überwacht und untersucht werden, so die OPS. Bisher hätten die Landesbehörden jedoch auf öffentliche Informationen zu den Fällen verzichtet, um keine Pnik auszulösen, die dem Tourismus als wichtigem Wirtschaftszweig des Staates schaden könnte. In anderen Karibikstaaten wütet die Cholera ebenfalls. Haiti etwa kämpft seit dem schweren Erdbeben 2010 mit einer Epidemie, die bereits mehr als 7.500 Menschen das Leben kostete. Die Ausbreitung wurde durch den Hurrikan Sandy, der die Karibikinseln im Herbst 2012 verwüstete, noch weiter begünstigt. Erkrankungen wurden auch aus der Dominikanischen Republik bekannt. (ad)

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Bildnachweis: Jochen Necker / pixelio.de