Cholesterinreiche Kost fördert die Bildung von Tumoren

Alexander Stindt

Mediziner untersuchen den Zusammenhang zwischen Cholesterin und Darmkrebs

Eine Ernährung, welche besonders reich an Cholesterin ist, führt zu einem erhöhten Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Durch diese Art der Ernährung wird die Rate der Bildung von Tumoren bei Darmkrebs laut einer aktuellen Studie um mehr als das 100-fache beschleunigt.


Die Wissenschaftler der David Geffen School of Medicinevon der University of California Los Angeles (UCLA) stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass eine Ernährung, welche viel Cholesterin enthält, die Bildung von Tumoren massiv erhöht. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“.

Mediziner untersuchten bei ihrer Studie den Zusammenhang zwischen einer cholesterinreichen Ernährung und dem Darmkrebs-Risiko. (Bild: Juan Gärtner/fotolia.com)

Hoher Cholesterinspiegel führt zur schnelleren Teilung der intestinalen Stammzellen

Bei ihrer Studie untersuchten die Forscher an Mäusen die Auswirkungen einer Ernährung, welche besonders reich an Cholesterin ist. Dabei konnten die Mediziner feststellen, dass die Erhöhung des Cholesterinspiegels der Tiere zu einer schnelleren Teilung der sogenannten intestinalen Stammzellen führte. Durch diesen Effekt konnten sich Tumore wesentlich schneller bilden.

Bildung von Tumoren wurde um mehr als das 100-fache beschleunigt

„Wir waren beeindruckt zu sehen, dass Cholesterin das Wachstum von Stammzellen im Darm beeinflusst, was wiederum die Rate der Tumorbildung um mehr als das 100-fache beschleunigt“, erläutert Dr. Peter Tontonoz in einer Pressemitteilung der UCLA. „Während die Verbindung zwischen Cholesterin und Dickdarmkrebs gut etabliert ist, hat noch niemand den Mechanismus dahinter erklärt“, fügt der Experte hinzu.

Cholesterin in den intestinalen Stammzellen

Die Wissenschaftler erhöhten das Cholesterin in den intestinalen Stammzellen in einigen Mäusen, indem sie ihnen mehr Cholesterin mit ihrer Ernährung verabreichten. Bei anderen Mäusen veränderten die Forscher ein bestimmtes Gen, welches die sogenannten Phospholipide reguliert. Diese Phospholipide veranlassen die Zellen dazu, selbst mehr Cholesterin zu produzieren, erklären die Forscher. Bei beiden Gruppen von Mäusen stieg als Folge die Vermehrung der Stammzellen an.

Wie wirkten sich die erhöhten Cholesterinwerte auf die Labormäuse aus?

Als die Cholesterinwerte der Tiere anstiegen, teilten sich ihre Zellen schneller. Dies führte dazu, dass sich das Gewebe ausdehnte und ihre Gedärme länger wurden. Diese Veränderungen beschleunigten signifikant die Geschwindigkeit der Bildung von Tumoren, erläutern die Wissenschaftler. Der bisher noch nicht in anderen Untersuchungen festgestellte Mechanismus treibe das Tumorwachstum bei Menschen mit einer cholesterinreichen Diät voran, vermuten die Experten.

Können cholesterinsenkende Medikamente das Risiko für Darmkrebs reduzieren?

Viele Wissenschaftler diskutieren immer noch darüber, ob cholesterinsenkende Medikamente wie beispielsweise Statine, welche häufig Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verschrieben werden, zur Reduzierung des Darmkrebsrisikos beitragen.

Weitere Forschung soll sich mit dem Risiko für andere Krebsarten befassen

Das Forscherteam der UCLA wird in Zukunft untersuchen, ob die von ihnen entdeckte Phospholipid-Cholesterin-Wechselwirkung eine ähnliche Rolle bei der Beschleunigung des Wachstums anderer Krebsarten spielt. (as)