Chronische Darmprobleme können auf Genitalherpes hinweisen

Sicherlich haben Sie schon einen Menschen mit einer Herpeserkrankung gesehen. Doch es gibt auch eine Form von Herpes, die Sie nicht jedem Erkrankten sofort ansehen können. Die Rede ist von sogenannten Genitalherpes. Forscher fanden jetzt eine enge Verbindung zwischen Genitalherpes und Verdauungsproblemen. (Bild: kopitinphoto/fotolia.com)
Alexander Stindt
Forscher entdecken wichtige Verbindung zwischen Darmproblemen und Genitalherpes
Die meisten Menschen hatten in ihrem Leben schon einmal Verstopfungen oder andere Verdauungsprobleme. Das ist grundsätzlich nichts ungewöhnliches. Forscher stellten jetzt aber fest, dass es eine überraschende Verbindung zwischen sexuell übertragbarem Herpes und Verstopfungen gibt. Chronische Verdauungsprobleme könnten somit die Symptome von Herpes sein.

Vermehrt auftretende Verstopfungen sind allgemein ein mögliches Zeichen für andere ernsthafte Erkrankungen. Wissenschaftler von der international anerkannten Yale University fanden jetzt bei einer Untersuchung heraus, dass sie auch ein Symptom für Herpes sein können. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Cell Host and Microbe“.

Sicherlich haben Sie schon einen Menschen mit einer Herpeserkrankung gesehen. Doch es gibt auch eine Form von Herpes, die Sie nicht jedem Erkrankten sofort ansehen können. Die Rede ist von sogenanntem Genitalherpes. Forscher fanden jetzt eine enge Verbindung zwischen Genitalherpes und Verdauungsproblemen. (Bild: kopitinphoto/fotolia.com)
Sicherlich haben Sie schon einen Menschen mit einer Herpeserkrankung gesehen. Doch es gibt auch eine Form von Herpes, die Sie nicht jedem Erkrankten sofort ansehen können. Die Rede ist von sogenanntem Genitalherpes. Forscher fanden jetzt eine enge Verbindung zwischen Genitalherpes und Verdauungsproblemen. (Bild: kopitinphoto/fotolia.com)

Zehn bis 30 Prozent der Weltbevölkerung an Genitalherpes erkrankt
Es gibt eine spezielle Form von Herpes, welche sich von unseren Genitalien auf die Nerven im Rückenmark ausbreitet. Sogenannter Genitalherpes ist weltweit eine der am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten, sagen die Experten. Infektionen mit dem Herpes-Simplex-Virus vom Typ 2 (HSV 2) können ebenso der Auslöser für Genitalherpes sein wie das Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV 1). Etwa zehn bis 30 Prozent der Menschen auf der Welt seien mit sogenanntem Genitalherpes inifziert. Die Erkrankung ist ein schmerzhafter, unangenehmer und peinlicher Zustand, berichten die Forscher.

Das Herpes-Simplex-Virus Typ 2 ist verwandt mit dem verbreiteten Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV 1). Dieses verursacht hauptsächlich Lippenherpes, sagen die Mediziner. Eine Erkrankung, die sehr oft vorkommt. Hier sind zwar zahlreiche natürliche Hausmittel gegen Herpes sowie klassische Arzneien verfügbar, doch auch der Lippenherpes kann eine extrem lästige Erkrankung darstellen. Noch unangenehmer ist für die meisten Betroffenen allerdins ein Genitalherpes.

Die Wissenschaftler von der Yale University waren sehr überrascht, als sie in ihrer aktuellen Studie eine Verbindung zwischen Darmproblemen und der sexuell übertragenen Infektion feststellten. Von den Untersuchungsergebnissen berichtet Hauptautor Professor Akiko Iwasaki in einer Pressemitteilung der Universität.

Symptome für Genitalherpes
Als Symptome für die Erkrankung seien Verstopfungen und die Unfähigkeit, unsere Blase zu entleeren, festgestellt worden, erläutern die Wissenschaftler. Weil die Ärzte nicht die Ursache der chronischen Verdauungsbeschwerden ermitteln konnten, suchten sie nach einer Virusinfektion. Bisher war es Wissenschaftlern aber nicht gelungen, zu verstehen, warum Verstopfungen mit Herpes verknüpft sind.

Herpes-Virus zerstört die Neuronen des Dickdarms
Die Forscher unter der Leitung von Professor Akiko Iwasaki untersuchten Modelle mit Versuchsmäusen. Diese waren mit dem Herpes-simplex-Virus-1 infiziert, der Hauptursache für Genitalherpes in den Vereinigten Staaten. Sie fanden dabei heraus, dass sich das Herpes-Virus von den Genitalien zu den Nerven im Rückenmark ausbreitet. Von dort geht er dann weiter auf die Neuronen des Dickdarms über und beginnt diese abzutöten, berichten die Experten.

Auch andere Herpesviren wurden im Dickdarm von Menschen mit Verstopfungen gefunden
Eine Schädigung der Neuronen in unserer Darmwand durch das Herpes-simplex-Virus-1 verhindert die Bewegung der Nahrung entlang des Verdauungstraktes, erläutern die Forscher. Die Veränderungen des Colons (Grimmdarm) können zu weiteren Beschwerden führen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es in den Neuronen der Darmwand nach einer Herpes-Infektion zu einer unerwarteten Infektion kommt, sagt Professor Akiko Iwasaki. Auch andere Mitglieder der Herpesvirus-Familie, einschließlich dem sogenannten Epstein-Barr-Virus, dem Windpocken-Virus und dem Cytomegalovirus wurden in den Neuronen des Dickdarms von Menschen mit ungeklärten chronischen Verstopfungen gefunden, fügt der Professor hinzu.

Genitalherpes wird durch vaginalen, oralen und analen Sex übertragen
Sogenannter Herpes genitalis ist eine häufige Infektion und die meisten Menschen wissen nichts von ihrer Erkrankung. Die sexuell übertragbare Krankheit (STD) wird durch zwei Arten von Viren verursacht, Herpes simplex Typ 1 und Herpes-simplex Typ 2. Die Erkrankung wird durch vaginalen, oralen oder analen Sex übertragen, sagen die Mediziner. Flüssigkeiten, die bei Herpes austreten, können das Virus in sich tragen und Kontakt mit der Flüssigkeit kann eine Infektion verursachen, warnen die Experten.

Viele Erkrankte wissen selber nichts von ihrer Krankheit
Es ist auch möglich, das Virus von einem infizierten Sexualpartner zu empfangen, der keine sichtbaren Anzeichen für Herpes hat. Oft wissen solche Personen selber nicht, dass sie diese Erkrankung in sich tragen. Alleine in den Vereinigten Staaten sei eine von sechs Personen im Alter zwischen 14 und 48 Jahren an Genitalherpes erkrankt, berichten die Wissenschaftler. (as)

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