Chronischer Eisenmangel erhöht das Risiko eines Herzinfarktes

Fabian Peters
Risiko des akuten Koronarsyndroms bei Eisenmangel um 70 Prozent erhöht
Eisenmangel kann zu unterschiedlichen Folgebeschwerden führen, wobei hier offenbar auch ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Herzinfarkten und Herztoden besteht. So ist bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt oder instabile Angina Pectoris), die an Eisenmangel leiden, das Risiko für einen Herztod oder einen Herzinfarkt deutlich erhöht, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und Berufung auf einen Beitrag von Hamburger Kardiologen auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona.

Nach einem Herzinfarkt oder einer instabilen Angina Pectoris zeigen Patienten, die gleichzeitig einen Eisenmangel aufweisen, „ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb von vier Jahren einen Herz-Kreislauf bedingten Tod oder einen nicht-tödlichen Herzinfarkt zu erleiden im Vergleich zu Patienten ohne Eisenmangel“, berichtet die DGK. Der Eisenmangel hat demnach einen massiven Einfluss auf die Überlebenschancen der Patienten mit akutem Koronarsyndrom.

Eisenmangel erhöht bei Patienten mit akutem Koronarsydrom das Risiko eines Herzinfarktes und eines Herztodes. (Bild: hriana/fotolia.com)

Relevanz des Eisenmangels beim akuten Koronarsyndrom
In ihrer Studie hatten die Forscher um Dr. med. Sarina Schäfer vom Universitären Herzzentrum Hamburg die Daten von 895 Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom ausgewertet. Als akutes Koronarsyndrom werden alle akuten Phasen der koronaren Herzkrankheit (einschließlich Herzinfarkten) bezeichnet. Das Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung der Relevanz des Eisenmangels im akuten Koronarsyndrom. Die Probanden wurden bei dem jeweiligen Ereignis einer Herzkatheter-Untersuchung unterzogen und bei einer Blutabnahme wurde der Eisenstatus (Ferritin und Transferrinsättigung) bestimmt. Im Anschluss folgte ein durchschnittlicher Beobachtungszeitraum von vier Jahren, dessen primäre Endpunkte der kardiovaskuläre Tod sowie das Auftreten von nicht-tödlichen Herzinfarkten waren.

Korrektur des Eisenmangels könnte deutliche Verbesserungen bringen
Die Auswertung der Daten ergab, dass ein vorliegender Eisenmangel „ein starker und unabhängiger negativer Prognosefaktor für Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom ist“, so Dr. med. Sarina Schäfer. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfehle bereits „in ihren aktuellen Leitlinien zur chronischen Herzinsuffizienz die routinemäßige Erhebung des Eisenstatus und bei Vorliegen eines Eisenmangels die intravenöse Therapie mittels Eisencarboxymaltose“, berichtet die DGK. Denn Eisenmangel sei bei bis zu 50 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz festzustellen. Zudem würden „aktuelle Studien belegen, dass eine effektive Korrektur des Eisenmangels bei diesen Patienten zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und der Symptome führt“, wird Dr. Schäfer von der DGK zitiert. (fp)