COPD wird durch altersbedingte Entzündungsprozesse gefördert

Lunge mit Bronchien in grauem Umfeld
Fabian Peters
Studie: Immunsystem hat vor allem bei gealterten Lungen einen großen Einfluss auf die Entstehung von COPD
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine chronische Erkrankung der Lunge, bei der Entzündungen die Atemwege angreifen. Zu den typischen Symptomen gehören Husten mit Auswurf und Atemnot bei Belastung. Am häufigsten sind Raucher von COPD betroffen. Bisher gibt es keine ursächliche Therapie der Erkrankung, jedoch haben Wissenschaftler vom Comprehensive Pneumology Center (CPC) am Helmholtz Zentrum München nun Fortschritte hinsichtlich der Entstehung der Erkrankung gemacht. Demnach spielen altersbedingte Entzündungsprozesse eine wesentliche Rolle. Die Forscher erhoffen sich von ihren Erkenntnissen, zukünftig neue Therapiemöglichkeiten für COPD daraus ableiten zu können.

COPD-Patienten haben eine deutlich erhöhte Anzahl von Immunzellen in ihrer Lunge
Bei der Entstehung einer COPD haben entzündliche Prozesse im Lungengewebe einen wesentlichen Einfluss, die meist auf eine chronische Belastung mit toxischen Gasen oder Partikel wie etwa Zigarettenrauch zurückzuführen sind. Dadurch kommt es unter anderem zu einer verstärkten Schleim-Bildung, Reizhusten und einem Verlust von Lungenbläschen. Auch das Immunsystem scheint eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Erkrankung zu spielen, da die Anzahl der Immunzellen in der Lunge von COPD-Patienten deutlich höher als bei gesunden Menschen ist. Darüber hinaus gilt auch die vorzeitige Alterung der Lungenzellen als Einflussfaktor für die Entstehung einer COPD.

Lunge mit Bronchien in grauem Umfeld
Entzündungsprozesse im Alter begünstigen die COPD. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Dr. Gerrit John-Schuster, Dr. Ali Önder Yildirim und Prof. Dr. Oliver Eickelberg untersuchten den Einfluss der Zellen des Immunsystems auf die Entwicklung der Lungenerkrankung. Anhand eines Tiermodells zeigten sie einen Zusammenhang zwischen fortschreitendem Alter und verstärkten Entzündungsprozessen auf, insbesondere bei zusätzlicher Belastung der Lunge durch Zigarettenrauch. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass altersbedingte entzündliche Veränderungen eine wichtige Rolle in der beschleunigten COPD-Entwicklung spielen“, erläutert Erstautor John-Schuster.

„Es ist anerkannt, dass sowohl Alterung als auch Zigarettenrauch die Entwicklung einer Raucherlunge begünstigen. Die Mechanismen, die dazu führen sind allerdings völlig unklar“, berichtet Yildirim, der die Studie geleitet hat. „Wir konnten erstmals zeigen, dass die Immunantwort, vor allem bei gealterten Lungen, einen essentiellen Beitrag bei der Ausbildung der Erkrankung spielt. Dies gibt uns neue Richtungen für die Entwicklung innovativer Therapieansätze.“ (ag)

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