DAK Gesundheit jetzt ohne Zusatzbeitrag

Sebastian

Neue gesetzliche Krankenkasse DAK-Gesundheit geht an den Start und schafft Zusatzbeitrag ab

06.01.2012

Der Zusammenschluss zwischen DAK, BKK Gesundheit und der BKK Axel Springer wurde heute in einer Sitzung des Verwaltungsrates besiegelt. Während der konstituierenden Sitzung wurden auch neue Vorstände der neuen DAK Gesundheit gewählt. Positiv für die Versicherten: Ab dem zweiten Quartal 2012 sollen keine Zusatzbeiträge mehr erhoben werden.

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Die Fusion aus Deutscher Angestellten Krankenkasse sowie der Betriebskrankenkassen BKK Gesundheit und BKK Axel Springer wurde heute auf einer konstituierenden Sitzung durch den Verwaltungsrat beschlossen. Aus den drei gesetzlichen Krankenkasse wird nun die DAK Gesundheit hervorgehen. Zudem wählte der Verwaltungsrat einen neuen Vorstand. Vorsitzender des Vorstandes der neuen DAK-Gesundheit ist Herbert Rebscher, stellvertretender Vorsitzender wird Claus Moldenhauer. Beide Personen hatten die Funktionen bereits bei der DAK inne. Der ehemalige Vorstand der BKK Gesundheit, Thomas Bodmer ist nunmehr Vorstandsmitglied der neuen Kasse.

850 Servicestellen in ganz Deutschland
Die alte DAK geht davon aus, dass die „DAK-Gesundheit wird neue Akzente im GKV-Markt“ setzen wird. „Sie wird als große Ersatzkasse mit wohnortnahen Servicezentren überall in Deutschland für die Kunden schnell und persönlich erreichbar sein. Gleichzeitig wird sie die maßgeschneiderten Angebote der Betriebskrankenkassen im betrieblichen Gesundheitsmanagement weiterentwickeln“, erklärte Hans Bender. Aus zwei unterschiedlichen Modellen im Krankenversicherungssystem wird ein neues Geschäftsmodell entstehen, dass für „Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer hoch attraktiv ist“, erläuterte Horst Zöller die Ausrichtung der DAK-Gesundheit. Geplant ist, in ganz Deutschland über 850 Servicezentren zu unterhalten, die für die Beratung und Service der Versicherten zuständig sind.

Ab April 2012 keine Zusatzbeiträge mehr
Ab dem ersten April will die DAK Gesundheit den bisherigen Zusatzbeitrag streichen. Alle fusionierenden Krankenkasse verlangen derzeit noch einen zusätzlichen Beitrag von acht Euro je Monat. Die Abschaffung des Zusatzbeitrages sei bereits in den Haushaltsentwurf der DAK Gesundheit mit eingeflossen. Nun muss noch das Bundesversicherungsamt (BVA) seine Zustimmung für die Streichung geben. Der neue Vorstand geht davon aus, dass die Zustimmung das das BVA erteilt wird. „Wir werden dem Bundesversicherungsamt einen solide kalkulierten, genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen. Damit ist klar, dass die DAK-Gesundheit künftig keinen Zusatzbeitrag erheben wird“, so Herbert Rebscher. Allerdings muss der Finanzausschuss des Verwaltungsrates über den künftigen Haushalt beraten. Das wird bereits am 26. Januar der Fall sein.

Durch die Fusion entsteht eine neue bundesweit starke Krankenkasse. Nach Angaben der Kasse werden rund 5,1 Millionen Mitglieder und 6,6 Millionen Versicherte in der DAK Gesundheit krankenversichert sein. Die neue Krankenkasse wird nicht mehr dem BKK-Verbund sondern dem Verband der Ersatzkassen angehören und ihren Hauptsitz in der Hansestadt Hamburg haben.

Was müssen Versicherte nun tun?
Für die Versicherten ändert sich nichts. Sie können weiterhin ihre bisherige Krankenkassenkarte für Arztbesuche oder Klinikaufenthalte verwenden. Nach und nach werden dann die Karten umgetauscht. Die neuen Kassenkarte sind dann im Format der elektronischen Gesundheitskarte.

Fusion für neue Stärke
Alle drei Kassen mussten in den letzten Jahren von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge verlangen, weil die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht mehr ausreichten. Das hatte zur Folge, dass zahlreiche Kassenpatienten von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machten und zu einer anderen Krankenkasse wechselten. Durch die Abschaffung des Extrabetrages erhofft sich die DAK Gesundheit eine stabile Mitgliederstruktur. Die Fusion soll die Krankenkasse auf dem Kassenmarkt durch die neu erlangte Größe stärken. Dadurch verbessert sich die Verhandlungslage beispielsweise gegenüber Arzneimittelherstellern, um bessere Konditionen auszuhandeln und Kosten zu sparen. Ob der Zusammenschluss und die Abschaffung des Zusatzbeitrages Erfolg haben werden, wird sich spätestens im Verlauf bzw. Ende des Jahres zeigen. (sb)