DAK-Gesundheitsreport: Gehirndoping im Job nimmt zu

Sebastian
Hirndoping für mehr Leistung im Job nimmt zu
Für viele Arbeitnehmer in Deutschland hat die Belastung der sie im Job ausgesetzt sind in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK Gesundheit geht hervor, dass viele Berufstätige Medikamente nehmen, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen.

Medikamente um leistungsfähiger zu sein
Arbeitsbelastung und Stress haben für viele Berufstätige in Deutschland stark zugenommen. Allein in Bayern nutzen 117.000 Beschäftigte regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder zum Stressabbau. Dies geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport 2015 hervor, der sich in diesem Jahr dem Schwerpunktthema Doping am Arbeitsplatz widmet. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) schreibt, haben über 900.000 Menschen im Freistaat bereits einmal Aufputschmittel oder stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen, um fit für den Job zu sein.

Gehirndoping

Großteil der Bayern hat Erfahrung im Hirndoping
Auch wenn der Untersuchung die Daten von Bürgern zugrunde liegen, die bei der DAK krankenversichert sind, lässt die Studie aber auch durchaus Schlüsse auf die landesweite Situation zu. 70,9 Prozent der Bayern haben demnach Erfahrung im Hirndoping. Ein Sprecher der Kasse erklärte laut SZ: „Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung.“ Dabei griffen Männer eher zu leistungssteigernden Mitteln wie beispielsweise Wachmacher oder zu Methylphenidat-Präparaten. Letztere sind eher bekannt unter dem Handelsnamen „Ritalin“, eine Arznei, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) verordnet wird.

Frauen nehmen Stimmungsaufheller
Frauen hingegen würden häufiger stimmungsaufhellende Mittel nehmen. Unter anderem auch Antidepressiva. Also Medikamente, die eigentlich zur Behandlung von Krankheiten verschrieben werden. Im Bereich Hirndoping gibt es nach Einschätzung der DAK mittlerweile bei den Verordnungen „eine deutliche Grauzone“. Solche Arzneien würden häufig verschrieben, ohne dass eine entsprechende Diagnose vorliegt. Gesundheitsexperten warnen, dass die Medikamente nicht nur abhängig machen können, sondern teils mit enormen gesundheitlichen Gefahren einhergehen.

Gesundheitsgefährdende Medikamente
So können die verschiedenen Wachmacher oder Antidepressiva Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Angstzustände, SchwindelKopfschmerzen, Schlafstörungen oder gefährliche Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen oder Herzstolpern zur Folge haben. Außerdem hätten Antidepressiva Medizinern zufolge keinerlei Nutzen, wenn keine Depression vorliege. Darüber hinaus besteht bei vielen Medikamenten eine Abhängigkeitsgefahr und bei manchen steigt anfangs sogar das Suizidrisiko. (ad)

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