DAK-Gesundheitsreport: Schlafstörungen nehmen zu

Fabian Peters

DAK-Gesundheitsreport: Schlafstörungen und psychische Leiden nehmen zu

Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder das Burnout-Syndrom nehmen auch im Kreis Pinneberg erheblich zu, so die Aussage des entsprechenden DAK-Gesundheitsreports. Zudem meldeten sich rund 0,5 Prozent mehr Personen krank als im Vorjahr, so dass der Krankenstand auf 3,3 Prozent gestiegen ist.

Anstieg des Krankenstandes – Zunahme der Psychische Erkrankungen am stärksten
Die DAK wertet in dem Gesundheitsreport die Daten ihrer Versicherten – unter Einbeziehung ärztlicher Diagnosen und Heilmittelverordnungen sowie der Befragungen von Experten und ausgewählten Bevölkerungsgruppen – aus. In dem jetzt für den Kreis Pinneberg Bericht ist neben einer generellen Zunahme des Krankenstandes um 0,5 Prozent insbesondere die massive Zunahme psychischer Erkrankungen um 46 Prozent auffällig. 33 von 1.000 Versicherten waren an jedem Tag im Jahr 2009 krank geschrieben, wobei Pinneberg im bundesweiten Vergleich noch leicht unter dem Durchschnitt liegt. Dr. Raimund Hümmelink, Leiter des Fachdienstes Gesundheit in der Kreisverwaltung Pinneberg, erklärt die generelle Zunahme des Krankenstandes wie folgt: Da in Zeiten der Wirtschaftskrise viele Arbeitnehmer aus Angst um ihren Arbeitsplatz auf eine Krankschreibung verzichtet haben, im Zuge der konjunkturellen Erholung jedoch wieder häufiger einen Arzt aufsuchen, steigen die Krankschreibungen automatisch.

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Häufigste Krankheitsursachen: Rückenbeschwerden, Atemwegerkrankungen und psychische Leiden
Rückenleiden sind dabei nach wie vor die häufigste Ursache einer Krankschreibung, gefolgt von Erkrankungen des Atmungssystems. Laut DAK-Gesundheitsreport haben Rückenbeschwerden sowie Bronchitis und Co. auf Basis eines recht hohen Ausgangswertes aus dem Vorjahr noch einmal um zwölf Prozent zugenommen. Auf Platz drei der Ursachen einer Krankschreibung folgen nun psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout, die um erschreckende 46 Prozent zugenommen haben. „Während der Wirtschaftskrise haben viele Betriebe Personal freigesetzt und die Arbeit auf die verbliebenen Mitarbeiter verteilt. Durch die Zunahme der Arbeitsverdichtung und des Drucks in der Arbeitswelt kommt es nun häufiger zu Depressionen und Burnout.", so der Kommentar von Thomas Ehlert, Leiter des DAK-Servicezentrums Pinneberg, zu den Ergebnissen des Gesundheitsreports.

Schlafmangel nimmt zu – Arztbesuch empfohlen
Ähnlich wie in dem kürzlich veröffentlichten DAK-Gesundheitsreport für Thüringen, ist auch in Pinneberg eine besorgniserregende Zunahme der Schlafstörungen und des Schlafmangels zu verzeichnen. Viel zu viele Menschen quälen sich nach Aussage der DAK jeden Tag völlig übermüdet zur Arbeit. Die DAK hatte im November und Dezember vergangenen Jahres 1407 Männer und Frauen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren befragt, wobei 21,5 Prozent angaben, häufiger unter Schlafstörungen zu leiden und und 26,5 Prozent manchmal davon betroffen waren. Schlafmangel sollte jedoch nicht auf die leichte Schulte genommen werden. Die Experten raten dazu, Schlafprobleme medizinisch untersuchen zu lassen, sobald sie länger als einen Monat dauern, mindestens dreimal die Woche auftreten und / oder sich störend auf den Beruf auswirken. Von einer Selbstmedikation mit Schlafmittel raten die Fachleute der DAK dringend ab, da die dauerhafte Einnahme massive Nebenwirkungen mit sich bringen kann. „Es ist erschreckend dass fast 60 Prozent der Betroffenen ohne die Kontrolle eines Arztes Medikamente einnehmen“, erklärte Wolfgang Wirkner von der DAK gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Gesunde Ernährung, Sport und Entspannung zur Vorbeugung
Abschließend kommentiert Thomas Ehlert den DAK-Gesundheitsreport für das Jahr 2009 mit den Worten: "Die Höhe des Krankenstandes im Kreis Pinneberg zeigt, dass es in Sachen Gesundheit Handlungsbedarf gibt“. So können zum Beispiel ausgewogene Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung und Entspannungsübungen nach Ansicht der Mediziner dazu beitragen das Krankheitsrisiko nachhaltig zu reduzieren. Zudem empfehlen Experten wie Thomas Ehlert und Dr. Hümmelink den Versicherten, die Präventionsangebote ihrer Krankenkassen zu nutzen. (fp)