DAK: Mehr Herzinfarkte und andere Probleme nach der Zeitumstellung

In der Bevölkerung wächst angesichts der auftretenden Schwierigkeiten ie Ablehnung der Zeitumstellung. (Bild: Artenauta/fotolia.com)
Fabian Peters
Nach der Zeitumstellung deutlich mehr Herzinfarkte
Am kommenden Wochenende steht die Zeitumstellung auf die Sommerzeit bevor. Angesichts zunehmender Erkenntnisse zu den negativen gesundheitlichen Effekten der Zeitumstellung, wächst allerdings die Ablehnung in der Bevölkerung. Eine aktuelle repräsentative Umfrage der DAK-Gesundheit bestätigt dies und verdeutlicht, dass fast ein Drittel der Deutschen wegen der Zeitumstellung in der Vergangenheit bereits Probleme hatte. Auch gehe aus den DAK-Statistiken hervor, dass „in den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Zahl der Herzinfarkte“ steigt.

Viele Menschen fühlen sich in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung schlapp und müde. Auch Schlafprobleme treten vermehrt in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung auf. In der repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit wird deutlich, dass 29 Prozent der Deutschen bereits entsprechende Beschwerden infolge der Zeitumstellung erlebt haben. Dies seien fünf Prozent mehr als bei der letzten Umfrage im Jahr 2013, berichtet die DAK. Bei einzelnen Betroffenen seien sogar deutlich massivere Gesundheitsbeschwerden infolge der Zeitumstellung feststellbar. So steige beispielsweise die Anzahl der Herzinfarkte in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung deutlich an.

In der Bevölkerung wächst angesichts der auftretenden Schwierigkeiten ie Ablehnung der Zeitumstellung. (Bild: Artenauta/fotolia.com)
In der Bevölkerung wächst angesichts der auftretenden Schwierigkeiten ie Ablehnung der Zeitumstellung. (Bild: Artenauta/fotolia.com)

Müde und schlapp nach der Zeitumstellung
Im Auftrag der DAK hat das Forsa-Institut die repräsentative Bevölkerungsumfrage mit 1.001 Befragten bundesweit durchgeführt. In dieser gaben 29 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie wegen der Zeitumstellung schon einmal gesundheitliche Probleme hatten (im Vergleich zu 24 Prozent im Jahr 2013). Auch führt de Zeitumstellung bei einem Großteil der Deutschen dazu, dass sie sich schlapp und müde fühlen, berichtet die DAK-Gesundheit. „81 Prozent haben dies schon erlebt“, so die Mitteilung der Krankenkasse. Zudem würden zwei Drittel der Befragten unter Einschlafproblemen oder Schlafstörungen leiden und „jeweils gut 40 Prozent können sich schlechter konzentrieren oder sind gereizter als sonst“, erläutert die DAK. Auch sei ein Viertel der Befragten wegen der Zeitumstellung schon zu spät zur Arbeit gekommen. Nicht zuletzt nenne immerhin ein Zehntel der Befragten depressive Verstimmungen als Folge er Zeitumstellung.

Mehr Herzinfarkte infolge der Zeitumstellung?
Zu den maßgeblichen Gesundheitsrisiken, die mit der Zeitumstellung in Zusammenhang gebracht werden, zählt vor allem die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts. So habe die statistische Auswertung der Krankenhausdaten der DAK-Gesundheit ergeben, dass in den vergangenen zehn Jahren nach der Zeitumstellung die Zahl der Herzinfarkte jeweils um 20 Prozent höher lag als an anderen Tagen. „Während normalerweise täglich im Schnitt 45 Personen einen akuten Herzinfarkt erleiden, sind es an den drei Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit 54“, so die Mitteilung der DAK. Männer und Frauen seien etwa gleich betroffen.

Viele Deutschen finden die Zeitumstellung überflüssig
Angesichts der nachweislichen (gesundheitlichen) Probleme, die mit der Zeitumstellung einhergehen, wächst derzeit die Ablehnung in der Bevölkerung. „74 Prozent halten die Zeitumstellung für überflüssig“, berichtet die DAK. Im Jahr 2013 hatten dies 69 Prozent der Befragten angegeben. Bei der Ablehnung der Zeitumstellung zeigten sich zudem erhebliche regionale Unterschiede. „Im Osten Deutschlands hat die Zeitumstellung am wenigsten Befürworter, hier halten sie 80 Prozent für überflüssig“, so die Mitteilung der DAK. Generell würden insbesondere bei den über 60-Jährigen viele über Probleme mit der Zeitumstellung klagen (79 Prozent), während die unter 30-Jährigen mit der Zeitumstellung weniger Schwierigkeiten haben (knapp 60 Prozent klagten über Probleme).

Die DAK-Ärztin Elisabeth Thomas betont, dass „Schwierigkeiten mit der Anpassung des Biorhythmus an die Sommerzeit in den vergangenen Jahren mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt“ sind und hierdurch diese Probleme eher wahrgenommen und der Zeitumstellung zugeordnet würden. Dies sei auch eine mögliche Erklärung für den Anstieg der festgestellten Probleme bei den Befragten gegenüber dem Jahr 2013. Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit, bei der die Uhren eine Stunde vorgestellt werden, erfolgt am Ostersonntag um 2 Uhr früh. (fp)

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