DAK: Stellenabbau durch Zusatzbeiträge

Fabian Peters

Mitgliederverlust durch Zusatzbeiträge: Krankenkasse DAK kündigt Stellenabbau an

14.03.2011

Die Erhebung von Zusatzbeiträge war für die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) im letzten Jahr der letzte Ausweg, um die drohende finanzielle Schieflage abzuwenden. Seit Januar 2010 mussten die Versicherten der DAK monatlich acht Euro aus eigener Tasche zusteuern. Doch das Resultat fiel anders aus als erhofft.

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Rund eine halbe Millionen Versicherte haben auch aufgrund der Zusatzbeiträge die DAK verlassen. Zwar konnten gleichzeitig 200.000 Neukunden gewonnen werden, doch am Ende steht ein Mitgliederverlust von mehr als 300.000 Versicherten. Auch die gewünschte Sanierung der Finanzen ließ sich mit Hilfe der Zusatzbeiträge nicht erreichen. Aufgrund nachträgliche Korrekturen am krankheitsorientierten Finanzausgleich, hatte die DAK im Jahr 2010 statt eines ordentlichen Überschusses von 62 Millionen Euro ein Defizit von 79 Millionen Euro zu verzeichnen.

Schließung von Geschäftsstellen und Stellenabbau bei der DAK
Da die DAK über 300.000 Mitglieder weniger aufweist als noch im vergangenen Jahr, droht nach Aussage des DAK-Chefs Herbert Rebscher gegenüber der „Berliner Zeitung“ nun ein erheblicher Stellenabbau. Auch müssen einzelne Geschäftsstellen nach Aussage von Rebscher möglicherweise geschlossen werden. Seit 2004 seien bereits rund 3.000 Stellen bei der DAK „sozialverträglich abgebaut“ worden und auch in diesem Jahr werde weiter Personal eingespart, erklärte der DAK-Chef. Konkrete Zahlen wollte Rebscher indes nicht nennen, allerdings zeigte er sich optimistisch und verkündete im laufenden Jahr einen voraussichtlichen Überschuss von knapp 200 Millionen Euro. Das die DAK in Finanznöten steckt ist vermutlich auch einer der Gründe dafür, dass gegen Versicherte die bisher ihre Zusatzbeiträge nicht gezahlt haben, Inkassoverfahren eingeleitet wurden. Die DAK hat die Daten von rund 220.000 Mitglieder, die mit ihren Zusatzbeiträgen länger als sechs Monate im Verzug sind, an die Hauptzollämter weiter gegeben, damit diese das Geld von den Kunden eintreiben. Dabei drohen den Betroffenen schlimmstenfalls Gehaltspfändungen. Rebscher betonte jedoch, dass dies gängige Praxis sei, und den säumigen Zahlern ein Betrag von mindestens 20 Euro in Rechnung gestellt werde. Außerdem stellen „auch die Hauptzollämter, die wir mit den Inkassoverfahren beauftragt haben, (…) ihren Aufwand den säumigen Mitgliedern in Rechnung“, erklärte Rebscher.

Teufelskreis der Zusatzbeiträge
Die aktuellen Ankündigungen zum Stellenabbau bei der DAK verdeutlichen, welcher Teufelskreis sich durch die Erhebung der Zusatzbeiträge entwickeln kann. Hunderttausende Mitglieder verlassen die entsprechenden Krankenversicherungen, die Krankenkassen können anschließend ihr bestehendes Personal und ihre Geschäftsstellen durch die reduzierten Einnahmen nicht länger halten. Es folgt Personalabbau und die Schließung von Geschäftsstellen. Dadurch wird der Service für die Mitglieder der betroffenen Kassen deutlich schlechter und es drohen weitere Mitgliederverlust und eine erneutes finanzielles Defizit, welches abermals nur durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen ausgeglichen werden kann. Damit befinden sich die entsprechenden Krankenkassen in einem Abwärtstrend, der nur schwer durchbrochen werden kann. Wenn außerdem andere unkalkulierbare Faktoren wie beispielsweise die nachträglichen Korrekturen am krankheitsorientierten Finanzausgleich die finanzielle Situation der Kassen zusätzlich verschärfen, dürften die wenigsten dazu in der Lage sein sich allein aus eigener Kraft zu sanieren. (fp)