DAK: Zahl der Kaiserschnitte wächst rasant

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DAK: Zahl der Kaiserschnitte wächst rasant

Dass in Deutschland, laut aktuellen Daten der Krankenkasse DAK, jedes dritte Baby als Kaiserschnitt (Sektio caesarea) zur Welt gebracht wird, sorgt für Diskussionen. Problematisch wird vor allem gesehen, dass es immer mehr „Wunschkaiserschnitte“ gibt.

Ein Wunschkaiserschnitt bedeutet, dass die Frau das Kind zwar durch den Geburtskanal gebären könnte, aber es vorzieht, dass das Baby per Kaiserschnitt geholt wird. Ein Grund scheinen Ängste vor den Schmerzen bei der Geburt zu sein. Aber auch Komplikationen wie ein Dammriss (das Stück zwischen Darmausgang und Gebärmutterausgang) oder mögliche anschliessende Probleme beim Wasserlassen könnten Gründe sein. Desweiteren ist mit dem Wunschkaiserschnitt zwei Wochen vor offiziellem Geburtstermin zeitlich alles besser planbar.

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Offizielle Zahlen besagen, dass die Zahl der Kaiserschnittentbindungen in Deutschland seit 1991von 15 Prozent auf jetzt über 30 Prozent gestiegen ist. Vor etwa 40 Jahren lag die Quote noch bei sieben Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nur einen prozentualen Anteil von maximal 15 Prozent pro Land für Kaiserschnitte.

Mittlerweile sind die Narkose- und Operationsverfahren beim Kaiserschnitt zwar so ausgefeilt, dass der Eingriff eher als harmlos angesehen wird. Doch die Expertin der DAK, die Fachärztin für Frauenheilkunde Dr. Christiane Kutter- Deest, weist daraufhin, dass Komplikationen wie Blutungen, Infektionen und Zwischenfälle bei der Narkose, wie bei jedem anderen operativen Eingriff auch, in Erscheinung treten können.

Die DAK konstatiert, dass „auch Jahre später betroffene Frauen unter Schmerzen oder dem verpassten Geburtserlebnis leiden“. Diese Position vertritt auch die Düsseldorfer Ärztin Katrin Mikolitch. Wegen des häufigen Auftretens von Beschwerden nach Kaiserschnitt- Eingriffen gründete sie das „Kaiserschnitt- Netzwerk“. Sie bietet Aufklärung und Hilfe für betroffene Frauen und Therapeuten, die in dem Bereich arbeiten. Auch sie kritisiert unter anderem, dass die Frauen im Vorfeld eines Kaiserschnittes immernoch nicht genug über den Eingriff und mögliche Folgen aufgeklärt werden. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 10.03.2010)