Darmkeime in jeder dritten Fleischprobe

Fabian Peters

In jeder dritten Fleischprobe wurden bei einem Test Darmkeime gefunden

10.12.2012

Supermärkte und Fleischereien bieten nicht selten Fleisch „am Rande der Haltbarkeit“ an, welches nur noch bedingt verkehrsfähig sei, berichtet der Sender „NDR“. Das Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin „Markt“ habe bei Stichproben in norddeutschen Supermärkten erhebliche Keimbelastungen des Fleisches festgestellt, so die aktuelle Mitteilung des „NDR“. Heute Abend um 20.15 Uhr wird die Sendung ausgestrahlt.

Bereits im September hatte „Markt“ im Hackfleisch aus Supermärkten teilweise erhebliche Keimbelastungen festgestellt. Nun hat das Magazin „stichprobenartig Putenschnitzel, Gulasch und Bierschinken in Supermärkten und bei Fleischereien in Hamburg, Kiel und Oldenburg eingekauft und in einem Lebensmittelinstitut untersuchen lassen“, berichtet der „NDR“. Das Lebensmittelinstitut KIN habe in sieben von 18 Proben eine deutlich erhöhte Gesamtkeimzahl festgestellt. Das Fleisch war nicht mehr frisch. „Außerdem wurden Darmbakterien nachgewiesen, die auf Hygienemängel zurückzuführen sind“, so die Mitteilung des „NDR“.

Sowohl bei dem Fleisch aus Supermärkten als auch bei den Proben vom Fleischer wurden erhöhte Keimbelastungen festgestellt. „Die Verbraucher hätten den Bierschinken, das Gulasch oder die Putenschnitzel noch am Tag des Kaufs essen müssen. Zu Hause im Kühlschrank haben diese Produkte nichts mehr verloren“, bemängelte der Leiter Qualitätssicherung im Lebensmittelinstitut KIN, Michael Benner. Für die Verunreinigung von sechs Proben mit Darmbakterien machte der Experte „Hygienemängel“ verantwortlich und erklärte: „Häufig liegt das an der mangelnden Hygiene beim Personal.“ Die Darmbakterien können für die Verbraucher zu einem Risiko werden, wenn das Fleisch bei der Zubereitung nicht richtig durchgegart wird. In diesem Fall drohen Beschwerden wie massive Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Fleischereien kaum besser als Supermärkte
Die Stichproben des NDR-Verbrauchermagazins ergaben nicht nur, dass die Belastung des Fleisches in den Fleischereien kaum besser ist als in den Supermärkten, sondern zeigten auch, dass Supermärkte bei den Preisen überraschenderweise häufig teurer waren als die Fleischereien. In Bezug auf die Keimbelastung verdeutlicht die aktuelle Untersuchung, dass insgesamt ein sorgsamerer Umgang mit den Fleischprodukten erforderlich ist. Zwar scheint es durchaus vertretbar, Fleisch, das noch am selben Tag verarbeitet werden muss, an Kunden abzugeben, anstatt dies zu entsorgen. Doch ist in jedem Fall ein entsprechender Hinweis vorzusehen und der Preis sollte angepasst werden. (fp)

Advertising