Darmspiegelung: Krebsrisiko um 40 Prozent geringer

Alfred Domke

Alle zehn Jahre zur Darmspiegelung: Krebsrisiko durch Darmspiegelung um 40 Prozent senken

21.09.2013

Einer neuen US-Studie zufolge könnte eine Spiegelung des gesamten Dickdarms bei über 50-Jährigen alle zehn Jahre das Krebsrisiko um 40 Prozent senken. Allerdings sollten sich Verwandte von an Dickdarmkrebs Erkrankten häufiger untersuchen lassen.

Krebsrisiko um 40 Prozent senken
US-Wissenschaftlern zufolge könne eine Spiegelung des gesamten Dickdarms alle zehn Jahre bei über 50-Jährigen das Krebsrisiko um 40 Prozent senken. Die Forscher schreiben in einem Beitrag im „New England Journal of Medicine“, dass es bislang nicht genügend Beweise gegeben habe, in welchem Maße eine Darmspiegelung Tumoren im unteren und oberen Dickdarm vorbeugen kann. Es sei außerdem offen geblieben, wie oft eine Spiegelung erfolgen müsse.

Langzeitstudien mit fast 89.000 Teilnehmer
Die Wissenschaftler, unter ihnen Shuji Ogino von der Harvard University, analysierten die Daten von annähernd 89.000 Teilnehmern an zwei Langzeitstudien, um zu ihren Ergebnissen zu kommen. Dabei stützten sie ihre Schlussfolgerungen auf Fragebögen, die im Zeitraum zwischen 1988 und 2008 alle zwei Jahre erhoben worden waren. Insgesamt hatten sie es mit 1.815 Fällen von Dickdarmkrebs mit 474 Todesfolgen zu tun.

Spiegelung des gesamten Darms effektiver
Die Untersuchungen legen nahe, dass sowohl die Spiegelung des gesamten Darms (Koloskopie) als auch die sogenannte „kleine Darmspiegelung“ gute Mittel der Prävention darstellen. Bei dieser kleinen Spiegelung, der Sigmoidoskopie, wird der letzte Dickdarmabschnitt vor dem Enddarm untersucht. Als effektiver gilt jedoch die Koloskopie. Wenn sich alle Studienteilnehmer einer solchen unterzogen hätten, so wäre das Risiko auf Dickdarmkrebs um 40 Prozent gesunken.

Gesunde Ernährung als Prävention
Experten sehen jedoch in solchen prospektiven Beobachtungsstudien keine eindeutige Beweiskraft. Es könnten auch andere Faktoren für die Senkung des Darmkrebsrisikos verantwortlich sein. So könnte beispielsweise allein schon die Bereitschaft zur Vorsorge auf ein ausgeprägteres Gesundheitsbewusstsein hinweisen, welches sich unter anderem auch in einer gesunden Ernährung äußert. Und dann könnte diese vernünftigere Lebensweise der eigentliche Grund für die Darmkrebsprävention sein.

Kürzere Intervalle bei Vorbelastung
Heutige Leitlinien empfehlen eine Wiederholung der Darmspiegelung nach zehn Jahren. Allerdings könnten bei einer genetischen Vorbelastung Untersuchungen in kürzeren Intervallen notwendig sein. Wenn in der Familie bereits Dickdarmkrebs aufgetreten ist, könnte dies ein Hinweis auf eine dementsprechende Vorbelastung sein. Viele Urologen bieten auch einen immunologischen Stuhltest zur Vorsorge von Dickdarmkrebs an, mit dem okkultes, also verborgenes Blut nachgewiesen werden kann. (ad)

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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de