Darmspiegelung wird in Narkose durchgeführt

Astrid Goldmayer

Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs

21.08.2013

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) ist für viele Menschen der blanke Horror. Dabei ist die Untersuchung keineswegs schmerzhaft, denn die Patienten erhalten eine leichte Narkose, so dass sie von dem Eingriff nichts oder wenig mitbekommen. Die Vorbereitung auf eine Darmspiegelung wird jedoch häufig als unangenehm empfunden. Dazu gehört das Trinken eines Abführmittels, um den Darm möglichst vollständig zu entleeren.

Patienten erhalten eine gut verträgliche Narkose vor der Darmspiegelung
Die Darmspiegelung gehört zu den effektivsten Untersuchungsmethoden zur Früherkennung von Darmkrebs und anderen Erkrankungen des Organs wie beispielsweise Morbus Crohn. Rät der Arzt zu der Untersuchung, sollten Patienten diese unbedingt wahrnehmen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Berlin im Vorfeld einer Fachtagung erläuterte, sei eine Darmspiegelung weniger unangenehm als ihr Ruf. Es werde ein Narkosemittel verabreicht, so dass der Patient keine Details von der Untersuchung mitbekomme. Insgesamt dauere eine Darmspiegelung zwischen 20 und 30 Minuten und sei nicht schmerzhaft. Der Patient werde erst geweckt, wenn die Untersuchung vollständig abgeschlossen sei.

Komplikationen wegen der Narkose würden nur sehr selten auftreten. Das hätten laut der DGVS zwei Studien ergeben. Für eine Studie wurden 388.404 endoskopische Untersuchungen ausgewertet. In nur 0,01 Prozent der Fälle kam es zu unerwünschten Komplikationen aufgrund der Sedierung. In der zweiten Studie waren in noch deutlich weniger Fällen Nebenwirkungen zu beobachten. Meist habe es sich bei den Fällen mit Komplikationen um Notfalluntersuchungen oder um Patienten mit mehreren Vorerkrankungen gehandelt.

Vor der Darmspiegelung keine feste Nahrung zu sich nehmen
Zur Vorbereitung auf eine Darmspiegelung gehört die Darmentleerung, denn nur wenn das Organ sauber ist, kann der Arzt bei der Untersuchung alles notwendige wie die Beschaffenheit der Darmschleimhaut gut erkennen. Es ist deshalb ratsam, bereits einige Tage vor dem Untersuchungstermin keine schwere Kost mehr zu sich zu nehmen. Am Vortag ist feste Nahrung tabu. Stattdessen müssen mehrere Liter Flüssigkeit wie Wasser oder Tee getrunken werden. Zur Darmspiegelung müssen die Patienten nüchtern erscheinen.

Um den Darm bestmöglich zu reinigen, trinken die Patienten ein Abführmittel, das meist in Pulverform in Wasser gelöst wird. Da das Mittel unangenehm riecht und schmeckt, können vorher Organgen- oder Zitronenstücken gelutscht werden. Der intensive Geschmack der Zitrusfrüchte wird als angenehm empfunden, so dass das Trinken des Abführmittels leichter fällt. Beim Trinken die Nase zuhalten, kann ebenfalls helfen. Gegen das Hungergefühl wirken klare Brühe und weißer Tee.

Drei bis vier Tage vor der Darmspiegelung sollte zudem kein kernreiches Obst oder fein geschrotetes Getreide sowie Vollkornbrot gegessen werden. Die kleinen Kerne und Partikel können im Darm verbleiben und das Untersuchungsgerät verstopfen.

Viele Patienten frieren nach einer Darmspiegelungen
Da der Körper durch das Abführen und die Untersuchungsprozedur geschwächt ist, frieren viele Patienten. Deshalb ist es ratsam, dicke Socken, einen warmen Pullover und eine Jacke zur Darmspiegelung mitzubringen. Ersatzunterwäsche ist ebenfalls sinnvoll.

Da der Patient vor der Untersuchung eine Narkose erhält, sollte er nach der Spiegelung nicht allein nach Hause gehen oder mit dem Auto fahren. Im Idealfall wird der Betroffene von einer Begleitperson zum Termin gebracht und anschließend wieder abgeholt.

Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs
Darmkrebs beziehungsweise ein sogenanntes Kolorektalkarzinom bildet in Deutschland laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei beiden Geschlechtern die zweithäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. In etwa 25 Prozent der Fälle besteht eine familiäre Häufung.

Zur Früherkennung von Darmkrebs gehören zwei Untersuchungen als Standardprozedur: Die Untersuchung der Stuhlprobe auf nichtsichtbares Blut, da Tumore und Polypen manchmal bluten, und die Darmspiegelung. Früherkennungsuntersuchungen werden für alle gesetzlich Versicherten ab einem Alter von 50 bis 54 Jahren in Form einer Stuhluntersuchung einmal pro Jahr und bei auffälligem Befund in Form einer großen Darmspiegelung von der Krankenkasse übernommen. Ab 55 Jahren steht es den Versicherten frei, zwischen einen Stuhltest und einer großen Darmspiegelung alle zwei Jahre zu wählen. Wie das IQWiG informiert, habe die Politik mit dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz, dass seit April 2013 gelte, jedoch die Altersgrenzen aufgehoben, so dass besonders gefährdeten Personengruppen auch früher das Darmkrebs-Screening in Anspruch nehmen können. (ag)

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