Demenz-Symptome nicht immer deutlich

Sebastian

Typische Demenz-Symptome können auch auf eine andere Krankheit hinweisen

12.04.2014

Es ist nicht leicht eine Demenz eindeutig zu diagnostizieren. Zahlreiche Beschwerdebilder weisen nicht eindeutig auf die Erkrankung hin. Daher ist es wichtig, eine Gesamtanamnese durchzuführen, zu der auch eine gründliche Diagnostik des gesamten Körpers gehört. Nach Angaben des Mediziners und Demenz-Experten Prof. Dr. med. Wolfgang Maier von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin, weisen einige Anzeichen auch auf andere Erkrankungen hin oder könnten durch Nebenwirkungen hoch dosierter Arzneimittel entstehen.

Erste Symptomatiken einer Demenz
Eine Demenz beginnt meistens schleichend. „Wie heißt es noch“, ist der erste Wortfindungssatz, den Patienten zu Beginn ihrer fortschreitenden und nicht reversiblen Erkrankung erleben. Denn die Merkfähigkeit sowie die Findung von Worten sind erste Anzeichen einer einsetzenden Demenz. Außenstehende bemerken zudem ein auffällig verändertes Verhalten des Patienten.

Doch es muss keine Demenz vorliegen, warnt Maier. Hinter den Symptomen können sich auch bislang unerkannte Depressionen verstecken. Oftmals handelt es sich auch um eine Stoffwechselstörung oder eine Infektionskrankheit. Familienangehörige, Freunde oder Partner sollten den Betroffenen dazu ermutigen, solche Erstbeschwerden schnell von einem Hausarzt abklären zu lassen. Dieser wird im Verdachtsfall an einen spezialisierten Arzt weiter überweisen.

„Entweder kann die zugrundeliegende Krankheit geheilt, oder eine beginnende Demenz therapiert werden“. Zwar ist eine Demenz nicht heilbar, kann aber im Fortschreiten verlangsamt werden, damit der Patient solang wie möglich selbständig das eigene Leben organisieren kann.

Eingehende körperliche Untersuchung für korrekte Diagnose
Um eine Demenz ausreichend zu diagnostizieren, ist eine eingehende körperliche Untersuchung erforderlich. Zusätzlich muss das Gehirn ausreichend untersucht werden. Die Ärzte sind zudem dazu angehalten ebenfalls infrage kommende Erkrankungen auszuschließen oder Neben- bzw. Wechselwirkungen durch Medikamente zu erkennen. Denn eine Reihen von Arzneien können quasi identische Beschwerden hervorrufen.

Wenn dann eindeutig feststeht, dass es sich um eine Demenz handelt, „gibt es Medikamente, die ein schnelles Voranschreiten der Krankheit bremsen können“. Wie bei den meisten Erkrankungen ist zusätzlich eine ausreichende Bewegung von Form von Ausdauersport von Nöten, um möglichst lange körperlich agil zu bleiben. Kognitives Training kann helfen, den geistigen Zustand aufrecht zu halten. Ein gutes Beispiel hierfür sind Kreuzworträtzel.

Immer mehr Demenzkranke
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sind rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland von Demenz betroffen. Die meisten der Patienten leiden an Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken werde durch den demografischen Wandel weiter ansteigen, da Demenz zu den typischen Alterserkrankungen gehört und die Menschen immer älter werden. Die Gesellschaft warnt im Zuge dessen vor unzureichender Pflege und Betreuung. So heißt es in einer Pressemitteilung: „Die Mehrzahl der Betroffenen wird unureichend medizinisch betreut“. (sb)

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