Depressionen begünstigen chronische Erkrankungen

Astrid Goldmayer

Depressionen in der Jugend begünstigen chronische Erkrankungen

09.01.2012

Laut einer US-amerikanischen Studie wird das Risiko, als Erwachsener an eine chronische Erkrankung zu bekommen, durch Depressionen im Jugendalter begünstigt. Emotionale Stresssituationen in der Kindheit können demnach Auslöser für Herzkrankheiten und Diabetes sein.

Mehr zum Thema:

Emotionaler Stress verursacht chronische Entzündungen
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Depressionen im Jugendalter die Stressanfälligkeit erhöhen. Der Stress kann wiederum chronische Entzündungen verursachen. Für die Studie wurde 1420 Menschen im Alter von 9 bis 13 Jahren untersucht. Bis die Teilnehmer das 16. Lebensjahr erreichten, wurden sie jährlich zur Untersuchung gebeten und zwischen dem 19. und 21. Lebensjahr zwei weitere Male. Die Untersuchung beinhaltete standardisierte Fragebögen zur Diagnose depressiver Symptome sowie Blutuntersuchungen, um einen Entzündungsmarker zu messen.

Das Ergebnis der Studie zeigte, je stärker die Depressionen im Jugendalter ausgeprägt waren, umso höhere Entzündungswerte traten später auf. Bis zur Auswertung der Studienergebnisse war nicht klar, ob hohe Entzündungswerte durch Depressionen oder Depressionen von hohen Werten ausgelöst werden.

Volkskrankheit Depression
Besorgniserregend sind die Ergebnisse der US-amerikanischen Studie vor allem, weil Depressionen zur Volkskrankheit geworden sind. Inzwischen ist jeder fünfte Deutsche rein statistisch gesehen in seinem Leben schon einmal an einer Depression oder depressiven Episode erkrankt. Laut Krankenkassen leiden über vier Millionen Menschen in Deutschland an therapiebedürftigen Depressionen.

Ein Wissenschaftsteam der State University of New York berichtete im Wissenschaftsmagazin „BMC Medicine“, dass besonders Menschen in Industrieländern mit vergleichsweise hohen Einkommen von Depressionen betroffen sind. Warum gerade wohlhabende Menschen an dieser psychischen Störung erkranken, darüber kann nur spekuliert werden. Der Satz „Geld allein macht nicht glücklich“ trifft es möglicherweise genau auf den Punkt. Das Streben nach Reichtum und Wohlstand ist nicht gleichbedeutend mit dem Zustand der allgemeinen Glückseligkeit. Denn Betroffene müssen häufig einen erheblichen Teil ihrer Lebenszeit dafür einsetzen, um ein höheres Einkommen zu erzielen. Privates, persönliches Glück bleibt dabei zuweilen auf der Strecke. (ag)