Depressionen: Schnelle Hilfe für ältere Menschen gefragt

Fabian Peters

Ältere Patienten mit Depressionen brauchen schnell einen Therapieplatz

In den Herbst- und Wintermonaten leiden viele Menschen unter einer getrübten Stimmung, die mitunter in eine Depression übergehen kann. „In der dunklen Jahreszeit erhöht sich die Nachfrage nach Psychotherapieplätzen unserer Erfahrung nach deutlich“, betont die Psychologin Prof. Dr. Gabriele Wilz von der Universität Jena in einer aktuellen Pressemitteilung. Auch ältere Menschen seien hier vielfach betroffen, doch haben sie laut Aussage der Expertin oft Schwierigkeiten einen Therapieplatz zu finden.

Viele Ältere „scheuen sich davor, bei psychischen Problemen Hilfe zu suchen“, oder haben Probleme einen Therapieplatz zu finden, berichtet die Leiterin der Ambulanz des Instituts für Psychologie an der Universität Jena. Hier biete die Psychologische Ambulanz in Jena älteren Hilfesuchenden schnelle Unterstützung. „In der Ambulanz des Instituts gibt es Therapieplätze – momentan ohne große Wartezeit“, so die Mitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ältere Menschen mit Depressionen haben oft Schwierigkeiten einen Therapieplatz zu finden. (Bild: athomass/fotolia.com)

Vermehrt Depressionen in der dunklen Jahreszeit

In den dunklen Jahreszeit werden viele Menschen schwermütig. Depressionen und psychische Störungen treten dann vermehrt auf, wobei auch ältere Menschen vielfach betroffen sind. Therapeutische Hilfe ist hier dringend gefragt. Doch zögern ältere Betroffene oftmals mit einem Arztbesuch und zudem gestaltet es sich mitunter schwierig, zeitnah einen Therapieplatz für die älteren Patienten zu finden. Hier bietet das Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena in seiner Ambulanz daher gezielt für über 60-Jährige spezielle Therapieplätze an.

Therapieangebot für altere Betroffene

Das Hilfsangebote ist laut Angaben der Universität gezielt auf die ältere Generation ausgerichtet und es werden schwerpunktmäßig Menschen ab einem Alter von 60 Jahren behandelt. Therapieplätze seien derzeit ohne längere Wartezeit verfügbar. Das Behandlungsangebot umfasse dabei das gesamte Spektrum von psychischen Störungen und reiche von Depressionen, Ängsten und Schmerzstörungen über Schlafstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen und sexuelle Funktionsstörungen bis hin zu beginnender Demenz und Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

Erstgespräch zur Einordnung des Beschwerdebildes

In einem Erstgespräch wird in der Psychologischen Ambulanz zunächst geprüft, ob eine behandlungsbedürftige psychische Störung vorliegt oder ein Beratungsangebot ausreichend ist, erläutern die Experten. Bei vorliegen einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung werde nach einer kurzen diagnostischen Phase mit der Psychotherapie begonnen. Den Angaben der Universität zufolge findet diese Psychotherapie in der Regel einmal wöchentlich als Einzelsitzung statt und dauert 50 Minuten. Bei Bedarf werde auch Psychotherapie in der Gruppe angeboten.

Therapieplätze ohne Wartezeit

Die älteren Patienten brauchen bei Depressionen und anderen psychischen Störungen ebenso dringend therapeutische Hilfe, wie jüngere Betroffene. „Da bei uns viele Therapeuten arbeiten, können wir im Moment für diese Altersgruppe nahezu ohne Wartezeit Therapieplätze vergeben“, betont die Geschäftsführerin der Ambulanz Dr. Anne Katrin Risch. Die Kosten für die Therapien würden dabei von den Krankenkassen übernommen. (fp)