Depressiven Ängste nicht absprechen und kleinreden

Sebastian

09.07.2012

Angehörigen fällt es oft nicht leicht nachzuvollziehen, warum ein Familienmitglied oder Freund an Depressionen leidet. Viele denken: „Es gibt doch überhaupt keinen Grund depressiv zu sein.“ Statt Beschwichtigungen oder Kleinreden, benötigen Erkrankte vor allem Beistand, wie ein Sprecher des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln in einer aktuellen Mitteilung betonte.

Ist ein Mensch depressiv, dann fühlen sich die Betroffenen niedergeschlagen, traurig, verzweifelt, unsicher und auch ängstlich. Handelt es sich nicht um eine depressive Episode, verschwinden die Gedanken nicht ganz einfach, sondern werden sogar schlimmer. Eine manifestierte Depression kann dazu führen, dass sich die Person völlig zurückzieht und an keinen sozialen Außenkontakten mehr teilnimmt. Nahestehende Menschen sollten die Ängste der Betroffenen jedoch nicht kleinreden. Es nützt zum Beispiel wenig zu sagen, „die Sorgen seien unbegründet.“ Zunächst sei es besser, den Depressiven so zu akzeptieren, wie er/sie ist. Das ist der erste Schritt um ihm oder ihr zu helfen, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erklärte. Demnach sei ein verständnisvoller und respektvoller Umgang mit dem Kranken sowie „aufmerksames Zuhören“ sehr wichtig, wie das IQWiG erklärte.

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Keine Schuldgefühle absprechen
Wie das das IQWiG Gesundheitsportal „Gesundheitsinformation.de“ erklärte, helfe es nichts, den Erkrankten Schuldgefühle abzusprechen oder als grundlos zu bezeichnen. Depressive erleben diese Gefühle sehr real. Wichtiger sei es hingegen, „ruhig und ehrlich zu bleiben, auch wenn die Gespräche sich als schwierig herausstellen oder das Gegenüber ärgerlich reagiert.“

Um aktive Hilfe zu leisten, sei es sinnvoll, wenn Freunde oder Verwandte beim Vereinbaren von Arztbesuchen helfen oder bei Beratungs- und therapeutischen Gesprächen dem Betroffenen zur Seite stehen. Deutet sich ein Suizid an, sollten Selbstmordgedanken sehr ernst genommen werden. In akuten Situationen muss der Rettungsdienst verständigt werden. Wichtig ist, dass Kranke sich spätestens dann in professionelle Hände begeben. (sb)