Dermatologie: Hautkrebs kann wie Nagelpilz aussehen

Fabian Peters
Ein Facebook-Post einer Britin könnte vielen Menschen, die glauben an Nagelpilz zu leiden, das Leben retten
Bei Verfärbungen an den Finger- und Fußnägeln denken viele Menschen zunächst an Nagelpilz. Mit rezeptfreien Medikamenten wäre das Problem dann meist in den Griff zu bekommen. Was viele jedoch nicht wissen: Bei dem vermeintlichen Nagelpilz kann es sich auch um gefährlichen Hautkrebs handeln. Darauf weist eine Britin hin, die ein Foto ihres Daumennagels auf Facebook gepostet hat. Dazu schreibt sie: „Ich dachte, es sei nur eine Warze oder Nagelpilz.“ Die Ärzte teilten ihr jedoch mit, dass es sich um ein bösartiges Melanom handelt. Nun müssen Teile ihres Daumens amputiert werden.

Bei Verdacht auf Nagelpilz ist Vorsicht geboten, da sich hinter dem Beschwerdebild auch Hautkrebs verbergen kann. (Bild: toscana/fotolia.ccom)
Bei Verdacht auf Nagelpilz ist Vorsicht geboten, da sich hinter dem Beschwerdebild auch Hautkrebs verbergen kann. (Bild: toscana/fotolia.ccom)

Vermeintlicher Nagelpilz entpuppte sich als gefährlicher Hautkrebs
„Ich habe Glück. Der Krebs hat nicht gestreut. Ich verliere die Hälfte meines Daumens, doch der Krebs wird verschwinden“, schrieb Melanie Williams kürzlich auf Facebook. Mit ihrem Post will sie die Menschen animieren, Verfärbungen an den Nägeln ernstzunehmen und ärztlich untersuchen zu lassen. „Ich will nicht euer Mitleid. Ich will Aufmerksamkeit schaffen“, so die junge Britin. „Geht und lasst jede Veränderung eurer Haut kontrollieren. Sucht keine Ausreden, überlasst es nicht dem Zufall.“ 

Ihr Aufruf in dem sozialen Netzwerk wurde über 100.000 Mal geteilt. „Bitte kommentiert nicht, wie tapfer ich bin, sondern teilt meinen Post, damit alle darauf aufmerksam werden“, bat Williams. In der vergangenen Woche teilte sie mit, dass nun doch weitere Untersuchungen gemacht würden und es sein könne, dass sie mehr von ihrem Daumen verliere.

Das Melanom ist die tödlichste Hautkrebsart. Experten raten dazu, die Haut regelmäßig auf Veränderungen zu kontrollieren. Dabei könne das „ABCDE der Melanome,“ angewendet werden, schreibt „CBS News“. „A = Asymmetrie (asymmetry): Ein Leberfleck, dessen Form und Farbe ungleichmäßig ist. B = Begrenzung (border): Melanome haben eine unregelmäßige, muschelschalenförmige oder schlecht definierte Begrenzung. C = Farbe (color): Abweichungen von einer Stelle zur anderen; Schattierungen von hellbraun und braun, schwarz; manchmal auch weiß, rot oder blau. D = Durchmesser (diameter): Melanome sind üblicherweise größer als 6 Millimeter (die Größe eines Radiergummis), wenn sie diagnostiziert werden, aber sie können auch kleiner sein. E = Entwicklung (evolving): Ein Leberfleck oder eine Hautveränderung, die von anders als der Rest aussieht oder sich in Größe, Form oder Farbe verändert“, erläutert „CBS News“ das Akronym.

Verdächtige Hautstellen sollten immer von einem Dermatologen kontrolliert werden. Zudem haben gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf die Hautkrebsvorsorge ab dem 35. Lebensjahr. (ag)

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