Deutlich weniger Abtreibungen im Jahr 2012

Fabian Peters

Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche geht um 5,5 Prozent zurück

13.12.2012

Die Anzahl der Abtreibungen ist deutschlandweit im dritten Quartal 2012 um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) „wurden im dritten Quartal des Jahres 2012 rund 25 500 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet“, rund 1 500 weniger sind als im dritten Quartal 2011.

Ein Großteil (74 Prozent) der Frauen, die im dritten Quartal 2012 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren im Alter zwischen 18 und 34 Jahren, berichtet Destatis. 15 Prozent der Frauen waren zwischen 35 und 39 Jahre alt und acht Prozent waren 40 Jahre oder älter. Schwangerschaftsabbrüche bei unter 18-Jährigen nahmen einen Anteil von weniger als vier Prozent ein. Fast alle Abtreibungen (97 Prozent) wurden „nach der Beratungsregelung vorgenommen“, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. In drei Prozent der Fälle sei eine medizinische und kriminologische Indikationen Begründung für den Schwangerschaftsabbruch gewesen.

Kontinuierlicher Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche
In den vergangenen zehn Jahren war mit Ausnahme des Jahres 2004 ein kontinuierlicher Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche zu beobachten. Von 130.387 Abtreibungen im Jahr 2002 ist die Anzahl auf 108.867 Abtreibungen im Jahr 2011 gesunken, so die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Zwar ging parallel die Anzahl der Schwangerschaften ebenfalls zurück, doch deutet einiges darauf hin, dass sich mehr Frauen dafür entscheiden, bei einer Schwangerschaft ihr Kind zu behalten. Möglicherweise ist auch der Anteil ungewollter Schwangerschaften in den letzten Jahren zurückgegangen, dies lässt sich jedoch aus den Daten des Statistischen Bundesamtes nicht ablesen. Von den Frauen, die eine Abtreibung durchführen ließen, hatten 40 Prozent vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt hinter sich.

In den meisten Fällen (69 Prozent) wurde die Abtreibung mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 16 Prozent kam das Mittel Mifegyne® zum Einsatz, so die aktuelle Destatis-Mitteilung. In der Regel erfolgte der Eingriff ambulant, wobei 80 Prozent der Schwangeren diesen in einer gynäkologischen Praxis durchführen ließen, berichtet das Statistische Bundesamt weiter. 18 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche erfolgten ambulant im Krankenhaus. Sieben Prozent der Schwangeren suchten laut Destatis-Angaben für den Eingriff ein Bundesland auf, in dem sie nicht wohnten. Weitere Daten zu den Schwangerschaftsabbrüchen stellt das Statische Bundesamt mit der aktuellen Schwangerschaftsabbruchstatistik (hier) in der Datenbank GENESIS-Online zur Verfügung. (fp)