Deutliche Zunahme von Sex-Erkrankungen durch Datingportale

Die Nutzung von Dating-Portalen verändert oft das Sexualverhalten. (Bild: georgejmclittle/fotolia.com)
Nina Reese
Anzahl der Syphilis-Infektionen steigt besorgniserregend an
Die Bundesregierung warnt vor einer steigenden Anzahl an Geschlechtskrankheiten. Wie aus einem Regierungsbericht über die Strategie zur Eindämmung sexuell übertragbarer Infektionen hervorgeht, sei für die Zunahme der Fälle unter anderem die verstärkte Nutzung von Internet-Dating-Portalen sowie der Konsum bestimmter Partydrogen verantwortlich. Die Neuinfektionszahlen von Krankheiten wie z.B. Syphilis hätten sich demnach im Laufe der letzten Jahre teilweise mehr als verdoppelt.

Zahl der HIV-Neuinfektionen hingegen stabil
Immer mehr Menschen sind offenbar von so genannten „Geschlechtskrankheiten“ wie Syphilis, Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien betroffen. Dies geht aus einem aktuellen Regierungsbericht über die Strategie zur Eindämmung sexuell übertragbarer Infektionen hervor. Während sich die geschätzte Zahl der HIV-Neuinfektionen demnach seit 2006 auf einem erhöhten Niveau stabilisiert hat, steigen die Zahlen bei den sexuell übertragbaren Krankheiten deutlich an. Dem Report zufolge habe sich beispielsweise die Zahl der gemeldeten Syphilis-Infektionen von 2009 bis 2014 (5700 Fälle) mehr als verdoppelt, wobei der überwiegende Teil Männer betraf. Neben dem wurden 3200 HIV-Neuinfektionen sowie 2300 Fälle von Hepatitis B und 5800 von Hepatitis C registriert.

Die Nutzung von Dating-Portalen verändert oft das Sexualverhalten. (Bild: georgejmclittle/fotolia.com)
Die Nutzung von Dating-Portalen verändert oft das Sexualverhalten. (Bild: georgejmclittle/fotolia.com)

Dating-Portale erleichtern das Finden eines Sexual-Partners
Die Ursache für den Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen sei dem Bericht zufolge zum einen die verstärkte Nutzung von sozialen Netzwerken und Internet-Datingportalen. Denn diese würden die Kontaktaufnahme „verändern und erleichtern“, was wiederum Einfluss auf das Sexualverhalten habe, so das Bindeministerium für Gesundheit in seinem Bericht.

Besonders gefährdet seien zudem „neue Gruppen“ von Drogenkonsumenten, die Crystal Meth, Speed, GHB (Liquid Ecstasy) und andere aufputschende Substanzen (Partydrogen) gebrauchen. Denn „durch den Konsum dieser Drogen werden sowohl das Sexual- als auch das Schutzverhalten beeinflusst“, heißt es weiter. Dies führe, ebenso wie die gemeinsame Nutzung von Injektions- bzw. Inhalationsutensilien, zu einem erhöhten Infektionsrisiko. Angesichts dieser Entwicklung müsse die Bedeutung von Datingportalen sowie der Konsum von Party- und Sexdrogen in einer Teilgruppe von Männern, die Sex mit Männern haben, in der Prävention besondere Berücksichtigung finden, so das Fazit der Bundesregierung. (nr)

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