Deutsche Aids-Hilfe fordert mehr Forschung

Fabian Peters

Welt-Aids-Konferenz endet ohne große Durchbrüche

27.07.2012

Während der heute zu Ende gehenden Welt-Aids-Konferenz in Washington hat die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) eine Deklaration unterzeichnet, in der neun wichtige Maßnahmen benannt werden, „um die Aids-Epidemie zu beenden.“ Zwar sei die HIV-Prävention in Deutschland im internationalen Vergleich schon sehr erfolgreich, doch „bei der Forschung muss Deutschland seine Anstrengungen erheblich verstärken“, betonte in diesem Zusammenhang Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der Deutschen Aids-Hilfe.

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Die Welt-Aids-Konferenz hat laut Carsten Schatz „bezüglich der Heilung der HIV-Infektion international ein Aufbruchssignal gesetzt“ Sollte Deutschland jedoch bei der Finanzierung der Forschung weiter so zurückhaltend bleiben wie bisher, „laufen wir Gefahr, abgehängt zu werden“; so Schatz weiter. Und dies, obwohl einige vielversprechende Ansätze der Aids-Therapie in Deutschland entwickelt wurden.

Aids eine meist vermeidbare Folge der HIV-Infektion
Insgesamt wurden bei der Welt-Aids-Konferenz nach Einschätzung der Deutschen Aids-Hilfe keine bahnbrechenden Ergebnisse erzielt, „wohl aber wichtige Zeichen gesetzt.“ So hatte zum Beispiel der UNAIDS-Direktor Michel Sidibé betont, dass die bestehen Behandlungsmöglichkeiten keineswegs gegen die Ansätze der Prävention ausgespielt werden dürften. „Information, Beratung und Interventionen gegen Diskreminierung sind und bleiben essentiell“, zitiert die Deutsche Aids-Hilfe den UNAIDS-Direktor. „Aids ist heute eine meist vermeidbare Folge der HIV Infektion.Obwohl wir auf eine Heilung noch länger werden warten müssen, können wir die Krankheit tatsächlich beenden, wenn wir alle Menschen an den Erfolgen von Therapie und Prävention teilhaben lassen“, betonte DAH-Vorstandsmitglied Schatz. „Ob dies gelingt, ist eine Frage des politischen Willen – weltweit, aber auch in Deutschland“, so der Experte weiter.

Ende der Aids-Epidemie möglich
In Deutschland sei vor allem in puncto Forschungsanstrengungen noch einiges mehr möglich und erforderlich, so die Position der Deutschen Aids-Hilfe. Die bestehenden guten Ansätze, wie beispielsweise die am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg entwickelte sogenannte „molekulare Schere“, de HIV aus infizierten Körperzellen entfernen kann, sollten weiter ausgebaut werden, so die Aussage von Carsten Schatz. Um nicht den Anschluss bei der HIV-Forschung zu verlieren, seien jedoch auch zusätzliche Finanzmittel erforderlich. Dieser Auffassung ist auch Joachim Rüppel, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Aids. Rüppel betonte, dass „die HIV-Epidemie nur dann zurückgedrängt werden kann, wenn der politische Wille gegeben ist, globale Verantwortung zu übernehmen.“ Dies bedeute auch, „die erforderlichen Finanzmittel bereitzustellen, das gesellschaftliche Stigma zu überwinden und die Monopolstellung der Pharmakonzerne bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Medikamenten zu brechen“, so der Sprecher des Aktionsbündnisses weiter. (fp)