Deutsches Trinkwasser erhält Bestnote sehr gut

Sebastian

Deutsches Trinkwasser erhält vom Umweltbundesamt die Gesamtnote "sehr gut"

19.01.2012

Das Trinkwasser in Deutschland ist besser, als sein Ruf. Der aktuelle Bericht zur Trinkwasserqualität des Bundesgesundheitsministeriums sowie des Deutschen Umweltbundesamtes (UAB) bescheinigt dem Leitungswasser hierzulande eine außerordentlich gute Qualität. Nur selten wurden im vergangenen Jahr vereinzelt Grenzwerte bei größeren Wasserwerken überschritten, wie es in dem Prüfbericht steht. Problematisch sind weiterhin die Werte für Blei, Kupfer und Cadmium, auch wenn keine direkte Gesundheitsgefahr für den Endverbraucher besteht.

Mehr zum Thema:

Das Trinkwasser in Deutschland ist überwiegend von einwandfreier Qualität, so der abschließende Prüfbericht des Bundesumweltamtes. So seien Überschreitungen der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte bei allen großen Wasserwerken eine seltene Ausnahme. Das Leitungswasser gehört in Deutschland zu den am Meisten konsumierten Nahrungsmitteln, weshalb es strengen Auflagen und Anforderungen unterliegt. Diese werden verbindlich in der Trinkwasserverordnung vorgegeben. So dürfen beispielsweise keine krankmachenden Keime, Viren, Pilze oder chemischen Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen vorliegen. Das Wasser muss laut Verordnung „rein und tauglich für den Genuss“ sein, wie es in der Gesetzesverordnung steht. Bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsprüfungen konnte eine Einhaltung der Vorgaben um rund 99 Prozent eingehalten werden.

Nitrat-Belastungen sind stark zurückgegangen
Zwar ist sind hohe Konzentrationen von Nitraten im Grundwasser nachweisbar, allerdings würden die Grenzwerte laut Umweltbundesamt „im Trinkwasser nicht überschritten“. Nehmen Konsumenten zu hohe Mengen über einen längeren Zeitraum ein, können ernsthafte Erkrankungen entstehen, weshalb auf eine niedrige Gehaltsmenge geachtet wird. So können Nitrate, die Schwermetalle als Kationen enthalten, zum Beispiel krebserregend sein oder das Herz-Kreislauf-System schädigen. Die Ergebnisse haben nun gezeigt, dass seit 1999 eine rückläufiger Trend bei den Nitrat-Belastungen zu verzeichnen ist. Vor gut elf Jahren habe die gesetzliche Nitrat-Wertüberschreitung bei 1,1 Prozent gelegen. Im Jahre 2010 lag der bundesweite Grenz-Durchschnittswert bei nahezu null Prozent, was soviel bedeutet, dass fast kein Überschreiten des Nitrat-Höchstwertes mehr stattfand. Erreicht wurde das gute Abscheiden durch „weiterreichende Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung von weniger belastetem Wasser“, erklärte eine UBA-Sprecher.

Blei, Kupfer, Nickel und Cadmium Werte immer noch zu hoch
Ein größeres Problem sind offenbar die Grenzwertüberschreitungen des toxischen Metallstoffs Blei. Jedoch resultieren die hohen Werte in den meisten Fällen nicht aus den Wasserwerken, sondern den vielerorts noch immer installierten Bleirohren und Armaturen. Die bleihaltigen Leitungen sind allgemein technisch nicht anerkannt, werden allerdings dennoch oft eingesetzt. Daher kann es gelegentlich auch zu überschreitenden Werten bei Nickel, Kupfer und Cadmium kommen. Auch wenn es zu „Grenzwertüberschreitungen kommt, bestehe in der Regel keine „Gefahr für die Gesundheit der Bürger.“

Überschreitungen von Coli-Bakterien
Die Prüfdaten stammen aus dem Zeitraum 2008 bis 2010. Die Experten verglichen alle eingehenden Meldungen der Kommunen und Bundesländer. Dabei konnte ermessen werden, dass „nur ein Prozent der Proben des Trinkwassers“ zu beanstanden waren, so das UBA. Je nach Ort und Region waren ein bis drei Prozent der Probemessungen in den Wasserwerken oder Rohrnetzen zu beanstanden. Dort sei es zu leichten bis mittelstarken Überschreitungen der Grenzwerte gekommen. Ursächlich für die Ausnahmeerscheinungen waren einzelne Stoffe, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden und aus Pflanzenschutzmitteln stammen. Andere Testungen hatten zeitweise Grenzüberschreitung von coliformen Keimen ergeben, wobei der Bakterienstamm „für Menschen nicht infektiös ist“. Das Auftreten zeige aber eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität, was wiederum weitere Untersuchungen notwendig macht, „um die Ursache zu klären und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten.“

Erfreulich ist der leichte Rückgang der Nitrat-Konzentrationen im Leitungswasser. Der Vorsitzende der UBA betonte bei der Präsentation des Berichts, dass das „Deutsche Trinkwasser ohne Bedenken getrunken werden kann.“ Die Qualität und Eigenschaften „bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten." Als Lebensmittel Nummer Eins sollte das Wasser schließlich den hohen Anforderungen gerecht werden.

Seit 1999 die Wasserversorgungsanlagen investiert
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, die Wasserwirtschaft habe in den letzten 22 Jahren rund 110 Milliarden Euro in die Funktionsweisen investiert. "Der Bericht des Umweltbundesamtes belegt, dass deutsches Trinkwasser überall eine gute bis sehr gute Qualität hat. Die hohen Investitionen für Wasserversorgungsanlagen, Netze und für den Trinkwasser-Ressourcenschutz tragen zu diesem Erfolg maßgeblich bei", erläuterte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser beim BDEW. (sb)