Deutschland: Jede Minute eine neue Krebsdiagnose

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Deutschland: Jede Minute eine neue Krebsdiagnose. Die wachsende Zahl an Krebserkrankungen in Deutschland könnte zukünftig einen Berg an Kosten im Gesundheitssystem verursachen.

Jede Minute wird zur Zeit laut dem Robert- Koch- Institut (RKI) ein neues Auftreten von Krebs diagnostiziert. Das könnte nach Hochrechnungen dazu führen, dass es 2010 450 000 neue Krebsdiagnosen in Deutschland geben wird. Seit 1990 haben damit 30 Prozent mehr Menschen Krebs. Häufiger betroffen sind dabei die Männer: Hier stieg die Anzahl an Krebsdiagnosen sogar um 45 Prozent. Am häufigsten tritt die ungehemmte Zellvermehrung an der Prostata auf. Gefolgt von Darm- und Lungentumoren. Bei den Frauen stieg die Rate an Tumorerkrankungen um 14 Prozent. Frauen leiden am häufigsten unter Brustkrebs.

Verbunden damit ist natürlich ein Anstieg der Behandlungskosten im deutschen Gesundheitssystem. In der Zeit vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2006 war ein Anstieg der Kosten um fast 30 Prozent zu verzeichnen. Mittlerweile betragen die Kosten bei Krebserkrankungen in Deutschland fast 15 Millionen Euro jährlich.

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Laut der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., dem Initiator des Deutschen Krebskongresses vom 24.- 27. Februar 2010 in Berlin, sind schon einige effektive Maßnahmen auf den Weg gebracht worden: Der Nationale Krebsplan, die Umsetzung von Organkrebszentren, Spitzen- und Onkologischen Zentren. Gerade wegen der ansteigenden Kosten sei es wichtig, die Therapie weiter zu individualisieren.

Erste Erfolge sind dadurch auch für die Patienten direkt zu spüren: Gerade beim bei Männern an erster Stelle stehenden Prostatakrebs sind die Überlebensraten deutlich gestiegen. Da die Früherkennung verbessert worden ist, überleben 90 Prozent der Betroffenen dadurch die ersten 5 Jahre und länger. Auch beim Darmkrebs, der an zweiter Stelle bei Männern und Frauen steht, sind Verbesserungen in der Senkung der Todesrate zu verbuchen. Hier überleben 60 Prozent der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung. Auch Hauttumore und Hodenkrebs haben hier ähnliche positive Änderungen zu verzeichnen.

Probleme bereiten den Medizinern noch Lungenkrebs und der äusserst agressive Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier überleben nur zehn Prozent der Betroffenen nach Erkennung die ersten fünf Jahre und mehr. Ein gewichtiger Grund für eine Krebserkrankung ist hohes Alter. Da die Menschen immer älter würden, wäre eine Zunahme hier normal. Diskutiert wird auch, inwiefern Umweltfaktoren und Lebensweise einen Einfluss haben.

Befürchtet wird unter Medizinern, dass der wachsenden Anzahl von Tumorerkrankungen in der Ausbildung von Spezialisten der einzelnen Tumorerkrankungen immernoch nicht Rechnung getragen wird. Das könnte in einigen Jahren zu einer mangelhaften Versorgung von Tumor- Patienten führen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 23.02.2010)