Diabetes: Bewegung für betroffene Kinder besonders wichtig

Patienten mit Diabetes wird normalerweise zu regelmäßiger Bewegung geraten. Das gilt auch für Kinder mit einer Zuckererkrankung. Dadurch lässt sich das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)
Alfred Domke
Arteriosklerose-Risiko senken: Bewegung für Kinder mit Diabetes wichtig
Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft leiden allein in Deutschland über sechs Millionen Menschen an Diabetes. Auch immer mehr Kinder sind betroffen. Für sie ist es laut Wissenschaftlern besonders wichtig, sich regelmäßig zu bewegen. Dadurch lässt sich das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren.

Diabetes-Folgeerkrankungen verhindern
Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes. Viele wissen oft lange nichts von ihrer Krankheit. Nach der Diagnose wird den Betroffenen meist eine Umstellung des Lebensstils empfohlen. Ganz oben bei den Tipps für den Alltag mit Diabetes stehen eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Dadurch können häufig Folgeerkrankungen verhindert werden. Denn oft bedingt Diabetes im Laufe der Zeit Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, weil hoher Blutzucker auf Dauer die Gefäße und Organe schädigt. Zudem leiden Diabetiker vermehrt unter Arterienverkalkung, (Arteriosklerose), die ihrerseits das Risiko von Herzkreislauferkrankungen weiter erhöht.

Um das Herzkreislaufsystem zu stärken und die genannten Folgen möglichst zu vermeiden, wird bei Diabetes allgemein ein moderates Sport- beziehungsweise Trainingsprogramm empfohlen. Dies gilt auch für zuckerkranke Kinder.

Patienten mit Diabetes wird normalerweise zu regelmäßiger Bewegung geraten. Das gilt auch für Kinder mit einer Zuckererkrankung. Dadurch lässt sich das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)
Patienten mit Diabetes wird normalerweise zu regelmäßiger Bewegung geraten. Das gilt auch für Kinder mit einer Zuckererkrankung. Dadurch lässt sich das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Bewegung für Kinder mit Zuckererkrankung
Wie die Experten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf ihrer Webseite „kinderaerzte-im-netz.de“ berichten, ist das Risiko für Kinder mit einer Zuckererkrankung, Arteriosklerose zu entwickeln, umso geringer, je mehr Schritte sie pro Tag gehen. So wirken sich laut australischen Forschern bereits 1.000 Schritte mehr am Tag positiv auf die Gefäßgesundheit der Kleinen aus.

In ihrer Studie, die in den „diabetesjournals“ der „American Diabetes Association“ veröffentlicht wurde, wurden 90 Kinder mit Typ-1-Diabetes aufgenommen; 88 von ihnen trugen einen Aktivitätstracker 23,2 Stunden pro Tag am Arm. Es zeigte sich, dass 55 Prozent der Kinder weniger als 10.000 Schritte täglich gingen.

1.000 Schritte pro Tag mehr
Den Angaben zufolge gab es eine Korrelation zwischen der mittleren und maximalen Aorta-Intima-Media-Dicke (AIMT, Dicke der inneren Gefäßwand) und der durchschnittlichen Anzahl von Schritten pro Tag. Wie die Experten berichten, wird die Intima-Media-Dicke mittels Sonographie (Ultraschall) gemessen (meist bei den Halsschlagadern), um atherosklerotische Gefäßveränderungen rechtzeitig zu erkennen. Es gab eine Abnahme in der mittleren beziehungsweise höchsten AIMT von 0,0082 beziehungsweise 0,0093 mm mit einer Zunahme von 1.000 Schritten pro Tag. Die Korrelation war demnach unabhängig von Störvariablen wie Alter, Body-Mass-Index, Blutdruck und Blutfettwerten.

Laut „Physician’s Briefing“ betonten die Autoren: „Unsere Ergebnisse beweisen, wie wichtig es ist, bei einer Schulung und Beratung von Kindern mit Diabetes Typ 1 auf die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung aufmerksam zu machen.“ (ad)

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