Diabetes: Löst erhöhter Zucker-Konsum tatsächlich die Zuckerkrankheit aus?

Diabetes wird im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Stimmt es aber wirklich, dass man von zu viel Zucker zum Diabetiker wird? (Bild: dream79/fotolia.com)
Alfred Domke
Wird man von zu viel Zucker wirklich Diabetiker?
Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Diabetes. Viele von ihnen merken zunächst nichts davon und können sich auch später nicht erklären, warum es ausgerechnet sie getroffen hat. Da Diabetes im Volksmund auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet wird, könnte man annehmen, dass Zucker die Ursache ist. Stimmt das aber wirklich?

Führt ein hoher Zuckerkonsum zu Diabetes?
Neuesten Erkenntnissen zufolge steigt die Zahl der Diabetes-Patienten massiv an. Viele wissen lange nichts von ihrer Krankheit. Zwar wird Betroffenen nach der Diagnose meist ein gesünderer Lebensstil empfohlen, doch manche Patienten meinen, sie haben ohnehin nicht ungesund gelebt. Da Diabetes im Volksmund oft auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird, schlussfolgern viele Menschen daraus, dass man die Krankheit bekommt, wenn man zu viel Zucker isst. Stimmt das aber wirklich?

Diabetes wird im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Stimmt es aber wirklich, dass man von zu viel Zucker zum Diabetiker wird? (Bild: dream79/fotolia.com)
Diabetes wird im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Stimmt es aber wirklich, dass man von zu viel Zucker zum Diabetiker wird? (Bild: dream79/fotolia.com)

Mediziner hat eine eindeutige Antwort
Professor Andreas Pfeiffer, Leiter der medizinischen Klinik für Endokrinologie an der Berliner Charité hat darauf eine eindeutige Antwort: Nein. „Der Zucker an sich macht nicht den Diabetes“, erklärte der Experte in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Der Zuckerkonsum sei zwar in Bezug auf die Entstehung von Übergewicht und Adipositas – was wiederum Diabetes begünstige – zweifellos ein Problem, doch einen direkten ursächlichen Zusammenhang von Zuckerkonsum und Diabetes gebe es laut dem Mediziner nicht.

Risikofaktoren für Diabetes
Als Hauptrisikofaktoren für Typ-2-Diabetes gelten ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Bei der Typ-1-Diabetes spielen diese Faktoren jedoch keine Rolle. Diese ist vielmehr durch fehlgeleitete Reaktionen des Immunsystems bedingt, bei der die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Hieraus resultiert laut Experten ein absoluter Insulinmangel und der Körper kann den Blutzucker nicht mehr verstoffwechseln. Bei Typ 1 sind Insulin-Spritzen die Standardtherapie, bei Typ 2 wird in der Regel zunächst an Veränderungen des Lebensstils gefeilt. Oft kann bereits Abnehmen den Insulinspiegel wieder normalisieren.

Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung
Auch Professor Pfeiffer empfiehlt, gegebenenfalls ein paar Kilo abzunehmen und sich mehr zu bewegen – am besten eine halbe Stunde am Tag. Laut dem Mediziner spielt die Ernährung bei der Vorbeugung von Diabetes eine große Rolle: „Wenig gesättigte Fettsäuren, weniger Zucker und viel Ballaststoffe essen.“ Der große Nutzen von Ballaststoffen konnte auch in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt werden. So wurde vor kurzem eine Studie im „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlicht, derzufolge eine Ernährung mit hohem Vollkornanteil vor vielen chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes schützt. (ad)

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