Diabetes-Pillen senken das Risiko für Brustkrebs

Die Einnahme des Diabetes-Medikamentes Metformin verringert offenbar das deutlich das Brustkrebsrisiko. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Alexander Stindt
Diabetes-Medikamente und Vermeidung von Übergewicht verringern das Brustkrebsrisiko
Brustkrebs ist eine Erkrankung, die besonders für Frauen sehr gefährlich ist und oft tödlich ausgeht. Schon lange suchen Mediziner nach Wegen, wie die Erkrankung besser behandelt werden kann. Jetzt entdeckten Forscher, dass Diabetes-Pillen möglicherweise helfen können, das Brustkrebs-Risiko zu senken.

Scheinbar gibt es einen einfachen und billigen Weg, um das Risiko für Brustkrebs-Erkrankungen zu verringern. Wissenschaftler von der University of Copenhagen fanden in einer Untersuchung heraus, dass Diabetes-Pillen helfen können, das Risiko für Brustkrebs zu senken. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der „European Breast Cancer Conference“ in Amsterdam.

Die Einnahme des Diabetes-Medikamentes Metformin verringert offenbar das deutlich das Brustkrebsrisiko. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Die Einnahme des Diabetes-Medikamentes Metformin verringert offenbar das deutlich das Brustkrebsrisiko. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Metformin senkt Wahrscheinlichkeit von dichtem Brustgewebe
Die Forscher untersuchten die Auswirkungen eines Diabetes-Medikaments auf die Entstehung von Brustkrebs. Dabei konnten sie feststellen, dass die günstigen Diabetes-Pillen tatsächlich die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Brustkrebs senken. Wenn Frauen die Pillen regelmäßig einnehmen, haben sie ein um 40 Prozent niedrigeres Risiko dichtes Brustgewebe zu entwickeln, zitiert die britische Zeitung „The Telegraph“ die Mediziner. Dieses Gewebe sei einer der größten Risikofaktoren für die Entstehung von Tumoren. Die Studie von der University of Copenhagen untersuchte den Einfluss von Metformin. Das Medikament wurde bereits wegen seiner lebensverlängernden Wirkung als vermeintliches „Wundermittel“ gefeiert. Diese Pillen zur Routine-Behandlung von Diabetes konnten in früheren Studien bereits mit einem Schutzeffekt gegenüber Herzkrankheiten und einigen Krebsarten überraschen.

Injizieren von Insulin verdoppelt Wahrscheinlichkeit für dichtes Brustgewebe
Die neue Studie untersuchte knapp 5.700 Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 56 Jahren. Alle Probandinnen hatten zwischen 1993 und 2001 ein Mammographie-Screening durchgeführt. Die Untersuchung ist die erste, die die Auswirkungen von Diabetes-Behandlungen auf die Dichte des Brustgewebes festgestellt hat. Frauen, die ihre Erkrankung durch Diäten oder Medikamente kontrollierten, zeigten dabei eine geringere Dichte ihrer Brust. Genau gegensätzlich wirkten beispielsweise Insulin-Injektionen. Frauen die regelmäßig Insulin injizieren, haben doppelt so häufig eine hohe Brustdichte, welche die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs vergrößert, zitierte der „Telegraph“ die Forscher.

Hohe Brustdichte erschwert Mammographie
Eine von acht Frauen entwickelt im Laufe ihres Lebens Brustkrebs. Die sogenannte Brustdichte ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für die Erkrankung. Eine hohe Dichte kann zudem die Erkennung der Krankheit durch Mammographien erschweren. Diabetes steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs, aber die genauen Ursachen und Auswirkungen sind noch unklar, erklärt Dr. Zorana Jovanovic Andersen von der University of Southern Denmark gegenüber dem „Telegraph“. Eine der Eigenschaften von Krebszellen sei es, schnell und unkontrollierbar zu wachsen. Außerdem widerstehen die Zellen dem programmierten Zell-Tod, der bei Nicht-Krebszellen auftritt, so Jovanovic weiter. Wachstumsfaktoren sind entscheidend für die Entwicklung von Krebs und dessen Progression, fügt die Medizinerin gegenüber dem „Telegraph“ hinzu.

Diabetes-Pillen verringern Brustdichte, Insulin erhöht Brustdichte
Wir wissen, dass Insulin ein wichtiger Wachstumsfaktor für alle Körpergewebe ist. Es ist nicht genau bekannt, wie es sich auf die Entwicklung von Krebszellen auswirkt, aber es ist sehr plausibel, dass Insulin die Brustdichte erhöht, zitiert der „Telegraph“ die Expertin. Dr. Andersen erklärt weiter, dass mehr Forschung nötig sei, um die Verbindungen zwischen der Brustdichte und anderen Risikofaktoren für die Krankheit zu untersuchen. In der Zwischenzeit werde allen Frauen empfohlen, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Risiko für eine Brustkrebs-Erkrankung durch einfache Änderungen des Lebensstils zu reduzieren. So sollten beispielsweise Fettleibigkeit vermieden und der Alkoholkonsum reduziert werden. Die aktuellen Ergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass darüber hinaus eine Behandlung von Diabetes durch Diäten oder Tabletten (Wirkstoff Metformin) die Brustdichte verringern kann, während die Therapie mit Insulin die Brustdichte erhöht. Allerdings war die Studie relativ klein und mehr Forschung ist nun erforderlich, um die tatsächlichen Auswirkungen von Diabetes-Behandlungen auf die Brustdichte und Brustkrebs zu verstehen. Noch ist es zu früh, um Frauen zu raten, Mittel gegen Diabetes einzunehmen, um sich vor Brustkrebs zu schützen, erläutern die Forscher. (as)

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