Diabetesrisiko: Bereits eine fettreiche Mahlzeit beeinflusst den Stoffwechsel negativ

Alfred Domke
Negative Stoffwechselveränderungen schon durch ein fettreiches Essen
Immer mehr Deutsche leiden an Diabetes. Mittlerweile leben hierzulande fast sieben Millionen Menschen mit der sogenannten Zuckerkrankheit. In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich jetzt gezeigt, dass schon eine fettreiche Mahlzeit negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen kann, die wiederum die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes fördern.

Probleme mit dem Glukosestoffwechsel
Derzeit sind etwa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes erkrankt, davon über 95 Prozent an Diabetes Typ 2, Tendenz steigend. Auch in Kliniken zeigt sich, dass die Zahl der Diabetes-Patienten immer weiter ansteigt. Laut einer Mitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft hat die Hälfte aller im Krankenhaus behandelten Patienten Probleme mit dem Glukosestoffwechsel, sei es aufgrund eines bereits manifesten Diabetes oder einer Vorstufe.

Einer Studie zufolge kann bereits eine fettreiche Mahlzeit negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen, die wiederum die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes fördern. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Schon eine fettreiche Mahlzeit kann negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen
Wie die Gesellschaft berichtet, stellt das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) im Rahmen des Diabetes Kongresses in Hamburg neue Erkenntnisse zur Entstehung und Früherkennung von Diabetes mellitus vor.

So wiesen das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und das Helmholtz Zentrum München in einer parallel an Mäusen und Menschen durchgeführten Hochfettdiät-Studie nach, dass bereits eine fettreiche Mahlzeit negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen kann, die wiederum die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes fördern.

„Die Düsseldorfer Forscher untersuchten die Wirkung einer Hochfettdiät beim Menschen. Am Helmholtz Zentrum München wurden die Untersuchungen parallel im Mausmodell durchgeführt“, erläuterte Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis, Vorstand des DZD und Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München.

Energiehaushalt der Leber veränderte sich
Den Angaben zufolge bekamen die menschlichen Studienteilnehmer – gesunde schlanke Männer – nach dem Zufallsprinzip einmal ein aromatisiertes Palmöl-Getränk und ein anderes Mal ein Glas mit klarem Wasser als Kontrollexperiment zu trinken.

Das Palmöl-Getränk enthielt eine ähnliche Menge an gesättigtem Fett wie zwei Cheeseburger mit Speck und eine große Portion Pommes Frites oder zwei Salami-Pizzen. Auch die Mäuse erhielten Palmöl.

„Dabei zeigte sich sowohl bei den Menschen als auch an den Mäusen, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, das heißt eine Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen“, so Professor Hrabe de Angelis.

„Zudem veränderte sich der Energiehaushalt der Leber. Diese Stoffwechselveränderungen gleichen jenen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden.“

Darüber hinaus wurde im Mausmodell nachgewiesen, dass die Palmölgabe die Expression von Genen verändert, die entzündliche und schützende Stoffwechselwege regulieren.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht. (ad)