Diät: Besser weniger Zucker statt weniger Fett

Heilpraxisnet

Low-Carp-Diäten sind deutlich besser zum Abnehmen geeignet, als Kohlenhydrat-reiche Diäten

08.09.2014

Welche Diät kann am Besten dabei helfen, überschüssige Pfunde zu verlieren? Diese Frage beschäftigt Ärzte, Forscher und Ernährungsexperten seit Jahrzehnten gleichermaßen. Laut einer aktuellen Studie ist die Diät mit wenig Kohlenhydraten am Effektivsten.

In Frankreich essen die Menschen gern fetten Käse, fette Pasteten und Milch mit einem sehr hohen Fettanteil. Trotzdem leiden die Franzosen im Vergleich eher seltener an Adipositas. Im Gegensatz dazu nimmt aber der Bauchumfang bei den Menschen in den USA seit Jahrzehnten dramatisch zu. Und das passiert trotzdem, obwohl Ernährungsexperten gerade in Amerika dazu raten, möglichst wenig Fett zu essen. Dennoch scheinen die US-Bürger immer dicker zu werden, um sie weniger Fett sie zu sich nehmen. Wissenschaftler kennen die Antwort: „In den USA versuchen die Verbraucher den Verzicht auf Fett mit einfachen Kohlenhydraten auszugleichen. Diese Einfachzucker schaffen noch mehr Hüftgold, als gesättigte Fettsäuren.“ Allerdings ist diese Antwort nicht unumstritten und Mediziner raten heute noch immer dazu, lieber weniger Fett statt weniger Kohlenhydraten zu sich zu nehmen.

Eine randomisierte Forschungsstudie machte jedoch nun eine Wissenschaft daraus und fand heraus, dass Low-Carp-Diäten deutlich besser zum Abnehmen geeignet sind, als Kohlenhydrat-reiche Diäten.

Ein Team um Dr. Lydia Bazzano von der Tulane University in New Orleans konnte für die Studie 148 Männer und Frauen gewinnen. Alle von ihnen litten an Übergewicht beziehungsweise Adipositas, jedoch nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung durchschnittlich etwas weniger als 50 Jahre alt, annähernd 100 Kilogramm schwer und besaßen einen Body-Mass-Index (BMI) von etwas mehr als 35. Die Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip gleichmäßig auf zwei Gruppen aufgeteilt. In der einen wurden die Teilnehmer dazu angehalten, nicht mehr als 40 Gramm verdaulicher Kohlenhydrate pro Tag zu essen, wobei sie sich bei unverdaulichen Ballaststoffen nicht einzuschränken hatten. In der anderen Gruppen sollten die Probanden nur noch bis zu 30 Prozent ihrer täglichen Kalorien in Form von Fett aufnehmen.

Low-Carp zeigte bessere Effekte
Rund 80 Prozent der Teilnehmer/innen hielten die Diät bis zum Ende durch. Auch wenn keine Kalorienobergrenze vorgegeben wurde, so war die Energieaufnahme bei beiden Diäten mit rund 1.400 Kilokalorien pro Tag ähnlich gering. Allerdings führte die Reduzierung von Kohlenhydraten beim Gewicht zu deutlich besseren Resultaten.

Die Teilnehmer aus der Low-Carb-Gruppe hatten nach den zwölf Monaten Studienzeit im Schnitt 3,5 Kilogramm mehr abgenommen als die der Low-Fat-Gruppe und das, obwohl sie sich weniger an ihre Vorgaben hielten. Die Probanden, die das Fett in der Nahrung einschränken sollten, erfüllten die Vorgaben voll, doch die Teilnehmer, die die Kohlenhydrate reduzieren sollten, verzehrten statt der 40 vorgegebenen im Schnitt um die 90 Gramm verdauliche Kohlenhydrate pro Tag. In der Low-Carb-Gruppe hatten die Teilnehmer nach einem Jahr im Durchschnitt 5,3 Kilogramm abgenommen, in der Low-Fat-Gruppe wurden sie jedoch nur 1,8 Kilogramm leichter.

Bei den Blutfettwerten, dem Verhältnis von gesamtem Cholesterin zum HDL-Cholesterin sowie der Abnahme an Körperfett schnitten die Teilnehmer, die auf Kohlenhydrate verzichteten, besser ab. Auch wenn die Ergebnisse der aktuellen Studie eindeutig ausfallen, sollte nicht übersehen werden, dass nur eine relativ kleine Teilnehmerzahl daran beteiligt war und andere Untersuchungen teils zu entgegengesetzten Ergebnissen kamen. Außerdem sind die Ergebnisse möglicherweise auch etwas verzerrt, da die Teilnehmer von den Forschern angehalten wurden, sich in den Studienmonaten nicht mehr zu bewegen als in der Zeit davor. Bazzano sagt: „Eine kohlenhydratarme Diät ist einer fettarmen Diät vorzuziehen, sowohl was den Erfolg beim Abspecken betrifft als auch mit Blick auf das kardiovaskuläre Risiko.“Eine Sicht, die andere widersprechen mögen. (sb, ad)

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