Diät-Softdrinks sind eine Gefahr für Herz

Fabian Peters

Diät-Getränke erhöhen das Risiko von Gefäßerkrankungen

01.02.2012

Regelmäßiger Konsum von Diät-Limonade bringt ein deutlich erhöhtes Risiko von Gefäßerkrankungen, Schlaganfällen und Herzinfarkten mit sich. Ein US-Forscherteam um Hannah Gardener vom Department of Neurology der University of Miami hat herausgefunden, dass Personen, die täglich Diät-Drinks zu sich nehmen, einem mehr als doppelt so hohen Erkrankungsrisiko unterliegen, wie Menschen, die keine Diät-Limonade trinken.

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Gemeinsam mit anderen US-Forschern der Universitäten der Miami Miller School of Medicine und dem Medical Center der Columbia University in New York hat Hannah Gardner die Auswirkungen des Konsums von Diät-Limonade auf das Risiko einer Gefäßerkrankung untersucht. Die Diät-Erfrischungsgetränke zeigten dabei eine äußerst negative Wirkung. So erhöhte sich das Risiko einer Gefäßerkrankung inklusive Schlaganfällen und Herzinfarkten bei täglichem Konsum von Diät-Drinks um 43 Prozent gegenüber den Personen, die auf derartige Erfrischungsgetränke verzichteten, berichten Gardner und Kollegen.

Gefäßerkrankungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte durch Limonade
Den Aussagen der US-Wissenschaftler zufolge sollte Diät-Limonade keinesfalls als Durstlöscher genutzt werden, da auf Dauer erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind. Die Forscher um Hannah Gardner haben im Rahmen ihrer umfassenden Langzeitstudie an 2.564 Teilnehmern über einen Zeitraum von neun Jahren die Auswirkungen der Diät-Drinks und normaler Softdrinks auf das Risiko einer Gefäßerkrankung untersucht. Dabei zeigte sich, dass sowohl das Risiko einer chronischen Gefäßerkrankung als auch die Wahrscheinlichkeit eines akuten Ereignisses wie beispielsweise eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts deutlich steigt. Bei täglichem Konsum der Diät-Limonade hat sich das Erkrankungsrisiko annähernd verdoppelt. Laut Aussage der US-Forscher bestätigte sich dieses Ergebnis auch bei Berücksichtigung anderer Einflussgrößen wie dem Konsum von Alkohol oder Tabak, einem zu hohen Body-Mass-Index (BMI) bzw. Übergewicht, der täglichen Kalorienaufnahme sowie der Aufnahme von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett bestätigt.

Diät-Softdrinks mit negativen gesundheitlichen Folgen
Da bislang ungeklärt ist, wie die Diät-Drinks zur Schädigung der Gefäße beitragen und weshalb sie eine schädigendere Wirkung haben als normale Limonade, warnen die Forscher jedoch vor übereilten Schlüssen. „Weitere Forschungen seien erforderlich, bevor irgendwelche Schlussfolgerungen in Bezug auf die potenziellen gesundheitlichen Konsequenzen des Konsums von Diät-Softdrinks gezogen werden können“; erklären Hannah Gardner und Kollegen im Journal of General Internal Medicine. Allerdings hatte frühere Studien laut Aussage der US-Wissenschaftler bereits auf einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Diät-Softdrinks und Erkrankungen wie Typ II Diabetes, dem metabolischen Syndrom (Kombination aus Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz) oder koronaren Herzkrankheiten hingewiesen.

Zuckerhaltige Softdrinks erhöhen das Diabetes-Risiko
US-Wissenschaftler hatten jedoch in einer anderen Studie ebenfalls nachgewiesen, dass auch der Konsum gewöhnlicher zuckerhaltiger Limonade, ein erhöhtes Diabetes-Risiko mit sich bringt. In ihrer Studie untersuchten Forscher den Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit und dem Konsum der Süßgetränke bei mehr als 91.000 Frauen. Dabei stellten sie fest, dass sich bei den Frauen, die mehr als eine zuckerhaltige Limonade täglich konsumierten, das Diabetes-Risiko gegenüber denjenigen, die lediglich ein derartiges Erfrischungsgetränk im Monat tranken, mehr als verdoppelte. Als Ursache wurde die leichte Verdaulichkeit des Zuckers genannt, der schnell ins Blut gelange, aber auch schnell wieder abgebaut wird. Die damit verbundenen Schwankungen des Blutzuckerspiegels sollen laut Aussage der US-Forscher langfristig das Risiko der Zuckerkrankheit erhöhen. Neben diesen negativen Auswirkungen der normalen Softdrinks wird in der Nurse´s Health Study, die ebenfalls ausschließlich auf den Daten von Frauen beruht, ein erhöhtes Risiko koronarer Herzkrankheiten durch den Konsum von zuckerhaltigen Softdrinks beschrieben.

So bilden die Ergebnisse der aktuellen Langzeitstudie zu den Auswirkungen von Softdrinks und Diät-Softdrinks auf das Gefäßerkrankungsrisiko nur einen weiteren Faktor unter vielen, die gegen den Konsum von (Diät-)Limonade sprechen. Wer auf eine gesunde Lebensweise Wert legt, greift stattdessen lieber zu Wasser, Saft oder ungesüßtem Erfrischungstee. (fp)