Diäten-Vergleich: Warum Low-Carb-Diäten meistens keine gute Idee sind

Love Carb Diäten sind unter gesundheitlichen Aspekten nur bedingt empfehlenswert . (Bild: designer491/fotolia.com)
Fabian Peters
Low-Carb-Diäten zum Abnehmen: Nicht immer eine gute Idee
Sei es wegen den angehäuften Kilos durch weihnachtliche Leckereien, dem Schlemmen zu Silvester oder dem schon länger bestehenden Übergewicht: Das neue Jahr beginnt für viele Menschen mit dem guten Vorsatz, abzunehmen. Um schnell überflüssige Pfunde zu verlieren, verzichten manche einfach auf Kohlenhydrate. Gesund sind solche Low-Carb-Diäten laut einem Ernährungsexperten aber nicht.

Schnell einige Kilos abnehmen
Viele Menschen nehmen sich fürs neue Jahr vor, ein paar Kilos abzuspecken, sich gesünder zu ernähren und mehr Sport zu treiben. Bei der Frage, ob eher weniger Fett oder weniger Kohlenhydrate geeignet ist, schnell Gewicht zu verlieren, zeigt sich auch in wissenschaftlichen Untersuchungen immer wieder, dass Low-Carb besser abschneidet als Low-Fat. Klar ist, dass man durch den Verzicht auf Kohlenhydrate eine rasche Gewichtsreduktion erreichen kann. Fraglich ist jedoch, ob es auch gesund ist, Brot, Nudeln und Reis ganz vom Speiseplan zu streichen.

Love Carb Diäten sind unter gesundheitlichen Aspekten nur bedingt empfehlenswert . (Bild: designer491/fotolia.com)
Love Carb Diäten sind unter gesundheitlichen Aspekten nur bedingt empfehlenswert . (Bild: designer491/fotolia.com)

Kohlenhydrate sind „nicht essenziell“
Dass es möglich ist, erklärte Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa sagte er: „Prinzipiell kann man sogar ganz ohne Kohlenhydrate leben, weil sie nicht essenziell sind.“ So ernähren sich etwa die Inuit, eine indigene Volksgruppe, die hauptsächlich in Kanada lebt, traditionell kohlenhydratfrei. Sie nehmen ausschließlich Eiweiße und Fette zu sich. Pfeiffer rät von solchen Diäten allerdings ab. Es sei nicht gesund, komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten. Der Körper sei an Ballaststoffe und Vitamine aus Produkten wie zum Beispiel Getreide gewöhnt. Etwa die Hälfte des Essens sollte laut Ratschlag des Experten aus Kohlenhydraten bestehen. „Wenn es geht, setzt man vor allem auf langsam resorbierbare Kohlenhydrate.“ Diese sind beispielsweise in Vollkornbroten mit ganzen Körnern enthalten. „Sobald Körner gemahlen sind, sind sie nicht mehr langsam resorbierbar“, so Pfeiffer.

Hülsenfrüchte besser als Reis oder Kartoffeln
Auch Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte liefern lang resorbierbare Kohlenhydrate. Pfeiffer zufolge sind sie aufgrund der ebenfalls enthaltenen Mikronährstoffe, Vitamine und Ballaststoffe eine gute Ergänzung für einen gesunden, ausgewogenen Speiseplan. Weniger geeignet hingegen seien Produkte mit viel Stärke wie Reis, Weißbrot und Kartoffeln. Die darin enthaltenen Kohlenhydrate würden laut dem Experten schnell aufgenommen und machten rasch wieder hungrig. „Als gesunder, schlanker Mensch ist der Verzehr weniger problematisch, da man die Kohlenhydrate verbrennt“, sagte Pfeiffer. Doch Menschen mit Bluthochdruck, einer Fettstoffwechselstörung oder Diabetes sollten lieber auf solche Kohlenhydratlieferanten verzichten. (ad)

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