Diagnosen und Therapien: Neue WHO-Richtlinien im Kampf gegen Krebs

Alfred Domke
Mehr Infos, frühere Diagnosen, bessere Behandlung: Neue WHO-Richtlinien gegen Krebs
Jedes Jahr erkanken weltweit rund 14 Millionen Menschen an Krebs, etwa 8,8 Millionen Personen versterben daran. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar neue Richtlinien herausgegeben, die dazu beitragen sollen, die Überlebenschancen von Patienten zu verbessern.

Zahl der Krebserkrankungen steigt
Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken derzeit weltweit „jährlich etwa 14,1 Millionen Menschen an einer Krebserkrankung (ohne weißen Hautkrebs) und ca. 8,2 Millionen Menschen versterben daran“. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Krebsneuerkrankungen. Die Zahl der Neudiagnosen hat sich hierzulande seit 1970 fast verdoppelt. Experten warnen, dass insbesondere die Zahl der Krebs-Todesfälle bei Frauen drastisch steigen könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zum Weltkrebstag (4. Februar) neue Richtlinien herausgegeben, um die Überlebenschancen zu verbessern.

Die WHO hat anlässlich des Weltkrebstages neue Richtlinien herausgegeben, die dazu beitragen sollen, die Überlebenschancen von Patienten zu verbessern. (Bild: auremar/fotolia.com)

Neue Maßnahmen im Kampf gegen Krebs
Die WHO, die die Zahl der jährlichen Krebstoten auf 8,8 Millionen beziffert, empfiehlt drei Dinge: Behörden sollen über die Symptome der verschiedenen Krebsarten besser informieren.

Gesundheitspersonal wie Ärzte und Krankenpflegekräfte sollen besser geschult werden, um genaue Diagnosen sicherzustellen. Und nicht zuletzt sollen Patienten in aller Welt rasch die richtige Therapie bekommen, ohne sich in den finanziellen Ruin stürzen zu müssen.

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Etienne Krug, WHO-Direktor der Abteilung für nicht übertragbare Erkrankungen, in Genf, erklärte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA: „Wenn Krebs erst in einem späten Stadium diagnostiziert wird und die Patienten nicht die richtige Behandlung finden, müssen sie unnötig leiden und sterben oft früher als nötig.“

Den Angaben zufolge sollten die neuen Maßnahmen vor allem bei Brust-, Gebärmutter- und Darmkrebs frühere Diagnosen ermöglichen.

In vielen Ländern der Welt mangelt es an Behandlungsmöglichkeiten
Laut WHO machen Frühdiagnosen auch finanziell Sinn, da die Behandlung dann deutlich billiger sei und viele Menschen weiter arbeiten könnten. Wie es in der APA-Meldung heißt, hätten Krebserkrankungen im Jahr 2010 durch Behandlungskosten und Produktivitätsausfälle weltweit Kosten von umgerechnet rund einer Billion Euro verursacht.

Der WHO zufolge steige die Zahl der Menschen, die pro Jahr an Krebs erkranken, bis 2030 auf 21 Millionen. Die Krankheit sei derzeit die Ursache bei jedem sechsten Tod auf der Welt.

Nach Angaben der Organisation lebten zwei Drittel der heute Betroffenen in Ländern mit geringen oder mittleren Einkommen. In weniger als einem Drittel der Länder könnten Patienten einfach einen Mediziner aufsuchen und Behandlung bekommen.

Persönliches Krebsrisiko senken
Anlässlich des Weltkrebstages wurde von Gesundheitsexperten auch auf Möglichkeiten hingewiesen, Krebserkrankungen durch individuelle Maßnahmen zu bekämpfen. In einer Meldung des Zentrums für Krebsregisterdaten sind einige sinnvolle Tipps zur Reduzierung des persönlichen Krebsrisikos zusammengefasst:

-Rauchen Sie nicht und sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung
-Bewegen Sie sich regelmäßig und halten Sie ein gesundes Körpergewicht
-Ernähren Sie sich gesund und reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum
-Vermeiden Sie zu viel Sonneneinstrahlung
-Schützen Sie sich vor krebsauslösenden Einflüssen am Arbeitsplatz, indem Sie auf vorgegebene Sicherheitsvorschriften achten und diese einhalten
-Informieren Sie sich über die gesetzlichen Angebote der Krebsfrüherkennung
-Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zum Impfschutz beraten

„Die Prävention von Krebserkrankungen sowie die Gesundheitsförderung für Menschen mit Krebs sind große Herausforderungen, die am besten gelingen, wenn wir sie als gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen“, schreiben die Experten.

Und weiter: „Es ist sowohl jeder Einzelne gefordert, gesundheitsbewusste Entscheidungen zu treffen, als auch die Gesellschaft als Ganzes, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“ (ad)

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