Die ersten Pollen sind in der Luft

Astrid Goldmayer

Vorsicht bei Pollenallergie: Die ersten Pollen sind schon unterwegs

07.02.2014

Pollenallergie im Februar? Die meisten Menschen denken beim Pollenflug an wärmere Jahreszeiten. Aber auch bei kühlen Temperaturen fliegen die Pollen bereits durch die Luft. Hasel und Erle blühen im Februar und verteilen ihren feinen Staub. Menschen mit einer Pollenallergie sollten deshalb bereits jetzt gewappnet sein. Aber nicht immer muss es Kortison oder ein Antihistaminikum sein. In der Naturheilkunde stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, mit denen Pollenalleriker Linderung erfahren.

Pollen können allergisches Asthma auslösen
Bei einer Pollenallergie, umgangssprachlich auch als Heuschnupfen bezeichnet, werden bestimmte Pollen vom Immunsystem als Bedrohung eingestuft. Dadurch kommt es zu einer Abwehrreaktion der Immunzellen. Zu den typischen Symptomen gehören Rötung, Jucken, Niesen und die laufende Nase. Hintergrund der Rötung ist eine verbesserte Durchblutung, um den Abwehrzellen das „Nachrücken“ zu erleichtern. Der Juckreiz soll die Aufmerksamkeit auf die betroffene Region lenken und das Niesen und die vermehrte Schleimbildung die Störenfriede (Allergene) aus dem Körper transportieren. Es können aber auch Symptome wie allergisches Asthma mit schwerer Atemnot auftreten. Das kann lebensbedrohlich sein und muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden. „Darunter leiden dann die unteren Atemwege", erläutert die Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Eine Pollenallergie kann in jedem Alter auftreten. Häufig verändert sie sich im Laufe des Lebens. Grundsätzlich reagieren Betroffene ganz unterschiedlich auf die allergieauslösenden Stoffe. „Es gibt keinen allgemeinen Schwellenwert für das Auftreten von Symptomen", sagt Uwe E. Berger von der Medizinischen Universität Wien gegenüber der Nachrichtenagentur. Die Sensibilität gegenüber den Allergenen verändert sich zudem im Laufe der Pollensaison. Schadstoffe können die Pollen darüber hinaus aggressiver machen, berichtet der DAAB.

Derzeit machen Allergikern vor allem die Pollen von Haselnusssträuchern und Erlenbäumen schwer zu schaffen. „Theoretisch sind Pollen über tausend Kilometer hinweg transportabel", berichtet Berger. Der Pollen-Experte leitet die Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation des European Aeroallergen Network (EAN). Das Netzwerk erfasst die Daten von rund 400 Pollenfallen und wertet diese aus.

Diagnose einer Pollenallergie ist notwendig, um Allergene zu identifizieren
„Die beste Therapie für Pollenallergiker ist die Vermeidung des Allergens", berichtet Berger. Dabei helfen zwar Polleninformationen und -vorhersagen, häufig ist aber eine strikte Vermeidung nur sehr schwer möglich, da die Pollen praktisch überall hinfliegen können.

Beim Verdacht auf eine Pollenallergiesollte zunächst der allergene Stoff im Rahmen einer Allergiediagnostik identifiziert werden. „Das erfolgt über einen Hauttest oder eine Blutuntersuchung", sagt Schwalfenberg. „Beide Testmethoden sind aussagekräftig", bestätigt auch Professor Karl-Christian Bergmann, Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und Allergologe am Allergiezentrum der Berliner Charité gegenüber der Nachrichtenagentur. „Sie zeigen, ob Antikörper vorhanden sind, die eine Sensibilisierung belegen." Treten neben den Antikörpern auch die typischen Symptome auf, handelt es sich um eine Allergie.

Angaben des DAAB zufolge sind in Deutschland etwa 20 Prozent der Bevölkerung von einer Pollenallergie betroffen. Bisher ist noch unklar, warum manche Menschen eine Allergie entwickeln, andere aber nicht. Eine erbliche Veranlagung liegt nahe, wenn ein oder beide Elternteile an einer Pollenallergie leiden. „Ohne entsprechende Erbanlagen liegt die Wahrscheinlichkeit einer Allergie bei sieben bis acht Prozent", erklärt Bergmann. Rauchen und Passivrauchen begünstigen die Entstehung einer Allergie. Das Stillen von Säuglingen bis zum vierten Lebensmonat soll dem Experten zufolge dagegen positiv wirken. Zudem rät er Eltern dazu, Kinder in den ersten zwei Jahren nicht zu sehr vor Bakterien abzuschotten, da das Immunsystem in dieser Lebensphase Herausforderungen benötigt. „Die absolute Vermeidung von Bakterien ist jedenfalls nicht sinnvoll", so Bergmann.

Ein weiteres Problem bei Pollenallergien betrifft sogenannte Kreuzallergien. „Dabei reagiert man auch auf verschiedene Nahrungsmittel, bei einer Haselpollenallergie etwa auch auf Äpfel", erläutert Schwalfenberg. Bergmann zufolge leidet etwa jeder zweite Pollenalleriker auch unter einer Kreuzallergie.

Therapien gegen Pollenallergie
Eine Pollenallergie kann den Betroffenen im Alltag stark einschränken. Eine Behandlung mit Medikamenten, sogenannten Antihistaminika, zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Das bedeutet zwar eine Erleichterung für den Patienten, führt aber nur kurzfristig zur Besserung. Hinzu kommt, dass viele Mittel unerwünschte Nebenwirkungen von den Mitteln bekommen. „Antihistaminika wirken gegen alle Formen von allergischem Schnupfen", berichtet Bergmann. Kortison wird normalerweise nur bei schweren Allergien verschrieben. Meist verwenden die Patienten ein Spray zur lokalen Anwendung.

Wer sich dauerhaft von seiner Pollenallergie befreien möchte, kann eine sogenannte Hyposensibilisierung beim Allergologen durchführen lassen. Im Rahmen einer dreijährigen Therapie werden dem Patienten kleinste Mengen des Allergen verabreicht, um das Immunsystem langsam an den Stoff zu gewöhnen. Die Dosis des Allergens wird dabei kontinuierlich in kleinen Schritten erhöht.

Naturheilkunde bei Pollenallergien
In der Naturheilkunde wird eine Pollenallergie nicht als ein Problem der Nase, sondern vielmehr des gesamten Organismus angesehen. Folglich sind naturheilkundliche Therapien darauf ausgerichtet, die Überreaktionen des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff wieder in die gesunde Regulationsfähigkeit umzuwandeln und somit eine dauerhafte Linderung zu erreichen. Homöopathie, Eigenbluttherapie, Bachblütentherapie, Darmsanierung, Hypnose, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wie Akupunktur sowie die Therapie mit Vitalstoffen werden bei einer Pollenallergie erfolgreich in Naturheilpraxen angewendet. (ag)

Advertising

Bildnachweis: Thomas Blenkers / pixelio.de