Die Qualität des Schlafs hängt mit dem Alter zusammen

Alexander Stindt

Warum schlafen Menschen im Alter so schlecht?

Viele ältere Menschen haben Probleme, nachts richtig zu schlafen. Forscher fanden heraus, dass das Alter die Fähigkeit der sogenannten zirkadianen Uhr bei Säugetieren beeinträchtigt, sich unter der Einwirkung von Licht neu einzustellen. Dies führt dann zu einer Störung des Schlafmusters.


Die Wissenschaftler der University of Kent und der University of Greenwich stellten bei ihrer gemeinsamen aktuellen Untersuchung fest, warum viele Menschen im gehobenen Alter Probleme mit ihrem Schlaf haben. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Neurobiology of Aging“.

Gerade im gehobenen Alter haben viele Menschen Probleme, nachts richtig zu schlafen. Experten stellten jetzt den Grund dafür fest. (Bild: Edler von Rabenstein – fotolia)

Lichtempfindlichkeit des Nucleus suprachiasmaticus verändert sich

Die Experten der Medway School of Pharmacy der University of Kent suchten nach Veränderungen im Gehirn von älteren Menschen, welche sich auf deren Schlafmuster auswirken. Die Ergebnisse zeigten, dass sich im Alter die Lichtempfindlichkeit in einem bestimmten Teil des Gehirns signifikant verringert. Der betroffene Abschnitt mit der Bezeichnung Nucleus suprachiasmaticus steuert die sogenannten zirkadianen Rhythmen bei Säugetieren.

Auswirkungen der gestörten Lichtempfindlichkeit

Wird die Lichtempfindlichkeit des Nucleus suprachiasmaticus verringert, führt dies zu einer Störung der Schlafmuster und damit zu einer Gefährdung des Wohlbefindens. Dieser Durchbruch beim Verständnis von Schlafproblemen könnte dazu führen, dass in Zukunft eine Behandlung entwickelt wird, welche darauf abzielt die zirkadiane Uhr wiederherzustellen, hoffen die Forscher.

Glutamatrezeptor arbeitete im Alter weniger effektiv

Bei ihrer Untersuchung fanden die Experten heraus, dass ein sogenannter Glutamatrezeptor (NMDA), der zur Übertragung von Lichtinformationen verwendet wird, im Zuge des Alterungsprozesses weniger effektiv beim Zurücksetzen der zirkadianen Uhr wurde, erklärt Dr. Gurprit Lall von der Medway School of Pharmacy in einer Pressemitteilung.

Festgestellte Veränderungen sind altersbedingt

Diese strukturelle Veränderung des Glutamatrezeptors war verantwortlich für den beobachteten Rückgang der Lichtreaktion. Eine Untereinheit des NMDA-Rezeptors habe bei älteren Säugetieren eine deutlich verringerte Präsenz aufgewiesen, was auf eine altersbedingte Veränderung der strukturellen Konfiguration hinweist, so Dr. Gurprit Lall.

Strukturelle Reorganisation führt zu Problemen

Die Studie kam zu dem Schluss, dass ein alternder Nucleus suprachiasmaticus unter einer strukturellen Reorganisation seiner das Licht empfangenden Komponenten leidet. Diese beeinträchtigt letztlich die Funktion der Einstellung und Aufrechterhaltung eines stabilen zirkadianen Rhythmus, sagen die Mediziner. (as)