Die Raten von Hautkrebs steigen stark und Männer sind am häufigsten betroffen

Alexander Stindt
Mediziner warnen vor zunehmenden Fällen von Hautkrebs
Hautkrebs ist eine gefährliche Erkrankung, welche immer mehr Menschen auf der Welt betrifft. Gerade viel Zeit im Freien verbringende Männer sind dabei besonders häufig von Hautkrebs betroffen. Englische Forscher stellten jetzt eine massive Zunahme von Hautkrebsfällen bei Männern fest.

Die Wissenschaftler von Public Health England (PHE) stellten bei einer Analyse fest, dass wenn Männer viel Zeit im Freien verbringen, sich dadurch ihr Risiko für Hautkrebs massiv verstärkt. Solche Männer erkranken dann besonders häufig an Hautkrebs. Die Experten starteten jetzt eine Kampagne mit der Bezeichnung „Cover up mate“, um im Freien arbeitende Männer vor den Gefahren der Sonne zu warnen.

Wenn Männer im Freien arbeiten, erkranken sie besonders häufig an Hautkrebs. Dies liegt unter anderem daran, dass Männer sich allgemein weniger vor Sonnenbrand schützen und außerdem die negativen Auswirkungen eines Sonnenbrandes von Männern häufig unterschätzt werden. (Bild: juefraphoto/fotolia.com)

Hautkrebs ist auf dem Vormarsch
Im Südwesten von England sind die Hautkrebsraten höher als im nationalen Durchschnitt, erklären die Experten. Und die Fälle von Hautkrebs nehmen noch weiter zu in dieser Gegend. Viele lokale Gebiete im Süden haben erhöhte Raten von malignen Melanomen. Zwischen dem Jahr 2005 und dem Jahr 2014 stieg die Inzidenz von malignen Melanomen bei Männern im Südwesten um 45,3 Prozent, erläutern die Forscher. Die Todesfälle durch das maligne Melanom stiegen in dieser Zeit im Südwesten ebenfalls um 22,4 Prozent, erklären die Wissenschaftler weiter.

Seit 1970 hat sich die Hautkrebs-Inzidenzrate mehr als vervierfacht
Seit den späteren 1970er Jahren hat sich die Hautkrebs-Inzidenzrate laut Aussage der Wissenschaftler mehr als vervierfacht. In Großbritannien liege der Anstieg bei 360 Prozent, erläutern die Wissenschaftler. Die festgestellte Zunahme sei bei Männern stärker. Bei Männern sind die Raten um mehr als das Sechsfache angestiegen, um genau zu sein um 544 Prozent, berichten die Wissenschaftler. Bei Frauen habe sich die Rate mehr als verdreifacht, die Zunahme liege bei 263 Prozent.

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Im Freien arbeitende Männer sind das Ziel der „Cover up mate“ Kampagne
Die aktuelle Kampagne gegen Hautkrebs bei Männern zielt besonders auf männliche Landwirtschafts- und Bauarbeiter, Gärtner und Sportler ab. Solche Gruppen von Männern nutzen häufig keine Sonnencreme, sagen die Forscher. Neue Zahlen deuten außerdem darauf hin, dass die Gefahr für die Entstehung von Hautkrebs nicht nur auf den Sommer beschränkt sei, sondern bei gutem Wetter schon im April und Mai besteht. Zu diesem Zeitpunkt kann die durch den Winter verblasste Haut durch die Sonne geschädigt werden, fügen die Experten hinzu.

Durchschnittliches Ultraviolett-Strahlungsniveau war um 34 Prozent erhöht
Das durchschnittliche Ultraviolett-Strahlungsniveau, welches an der Solar-Überwachungsstation in Cornwall gemessen wurde, lag im April dieses Jahres um 34 Prozent höher als der 10-jährige Monatsdurchschnitt. Die Mittelwerte im Mai waren insgesamt normal, allerdings waren auch hier die Spitzenwerte um 15 Prozent erhöht, fügen die Experten hinzu. Dies deute darauf hin, dass die UV-Strahlung zu gewissen Zeitpunkten stark erhöht war. Ein Grund dafür könnten längere Zeiträume eines klaren Himmels sein, bei dem UV-Strahlung weniger durch Regen und Wolken absorbiert wird, sagen die Forscher der PHE.

44 Prozent aller Todesfälle durch Melanom-Hautkrebs betrafen Bauarbeiter
Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Imperial College schätzte, dass 48 Todesfälle und 241 Fälle von Melanom-Hautkrebs in einem Jahr in Großbritannien durch ultraviolette (UV) Strahlen von der Sonne bei der Arbeit verursacht werden. Besonders häufig erkrankten Bauarbeiter, 44 Prozent der Todesfälle betrafen sie. Auch Landwirte waren sehr oft betroffen, mit 23 Prozent aller Todesfälle in England.

Männer schützen sich schlechter vor der Sonne
Die Forschung zeigte außerdem, dass Männer sich häufig schlechter vor der Sonne schützen. Eine Umfrage im Auftrag von Cancer Research UK stellte fest, dass Männer mehr als 50 Prozent häufiger vergessen, ihre Haut durch Hautcreme zu schützen, verglichen mit Frauen. Besonders besorgniserregend ist aber, dass insgesamt 75 Prozent mehr Männer als Frauen völlig unbesorgt über die möglichen Auswirkungen eines Sonnenbrands sind, sagen die Mediziner.

Männer sollten die schädlichen Auswirkungen von UVA- und UVB-Strahlen verstehen
Wir müssen uns der schädlichen Auswirkungen von UVA- und UVB-Strahlen bewusst sein, betonen die Wissenschaftler. Diese Strahlen setzen uns nicht nur einem Risiko von Hautkrebs aus, sondern sie führen auch zu langfristigen Schäden und bewirken ein vorzeitiges Altern der Haut. Es gibt eine höhere Anzahl von Männern mit Hautkrebs, verglichen mit den Frauen. Deshalb soll die aktuelle Kampagne sie über die Risiken der Exposition informieren und ihnen so ermöglichen, dass sie durch einfache Maßnahmen die Gefahr durch die Sonne reduzieren und einen Sonnenbrand verhindern können.

Bei Veränderungen von Hautflecken oder Sommersprossen sofort einen Arzt aufsuchen
Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto leichter ist er zu behandeln. Wenn Menschen irgendwelche Bedenken über die Größe oder Form von Hautflecken oder Sonnensprossen haben, sollten sie daher umgehend einen Arzt aufsuchen. (as)