Die WHO rät: Vor Operationen nicht rasieren

Beim Rasieren entstehen kleinste Wunden, durch die Krankheitskeime in die Haut eindringen können (dplett/fotolia.com)
Dr. Utz Anhalt
Infektionen während Operationen sind nach wie vor eine Gefahr. Mangelnde Hygiene ist der Hauptgrund dafür. Es geht aber nicht nur darum, die Keime in Kliniken zu reduzieren, sondern auch zu verhindern, dass sie in den Körper kommen.

Wundinfektionen
Die Geschichte der Chirurgie lehrt, dass postoperative Wundinfektionen so weit es geht vermieden werden müssen. Solche Entzündungen können die Wundheilung verzögern, die Dauer des Krankenhausaufenthaltes verlängern und zusätzliche Schmerzen bereiten.

Beim Rasieren entstehen kleinste Wunden, durch die Krankheitskeime in die Haut eindringen können (dplett/fotolia.com)
Beim Rasieren entstehen kleinste Wunden, durch die Krankheitskeime in die Haut eindringen können (dplett/fotolia.com)

Bis zum Tod
Als Viren und Bakterien unbekannt waren und die Ärzte nicht wussten, wie wichtig Hygiene ist, hatten infizierte Wunden Amputationen zur Folge oder führten sogar zum Tod.

Rasierwunden als Eingang für Erreger
Die WHO empfiehlt, Patienten vor Operationen zwar zu duschen, nicht aber zu rasieren. Beim Rasieren entstehen nämlich kleine Wunden in der Haut, die Viren und Bakterien ermöglichen, in den Körper einzudringen.

Erhebliches Risiko
Das postoperative Wundinfektionsrisiko steigt immens, wenn durch das Rasieren vor der OP Hautverletzungen entstehen. Über kleinste Wunden in der Haut, wie sie sich jeder Mann beim morgendlichen Rasieren zufügt, können Mikroorganismen das OP-Gebiet kontaminieren.

Elektrische Haarschneidemaschine
Chirurgen, die auf die Rasur nicht verzichten wollen, empfehlen eine elektrische Haarschneidemaschine, da diese weniger Verletzungen verursacht als eine Nass-Rasur.

Regeln für das Rasieren
Ärzte halten sich an folgende Regeln:

1. Bei unklaren Bauchoperationen viele Haare entfernen, da das OP-Gebiet sich ungewollt vergrößern kann.

2. Bei Schädeloperationen die Rasurfläche so klein wie möglich halten, Deckhhaare wenn möglich nicht abrasieren.

3. Augenbrauen nicht abrasieren.

4. Immer in Richtung des Haarwuchses rasieren.

5. Auf Hautunebenheiten achten (z. B. Pickel).

6. Faltige Haut gerade ziehen.

7. Haare in Narkose rasieren, wenn die Rasur Schmerzen bereitet

Maßnahmenkatalog
Das wissenschaftliche Magazin „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte einen Katalog der WHO mit 29 Maßnahmen, um Infektionen im Krankenhaus zu vermindern.

Ärzte sollen die neuen Richtlinien einhalten
Die WHO rät Patienten, ihren Arzt zu fragen, ob er nach den neuen Regeln der WHO vorgeht und ihn bitten, diese einzuhalten. Dazu gehört auch, vor einer Operation nicht zu rasieren. (Dr. Utz Anhalt)

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