Die Zecken-Saison hat begonnen

Heilpraxisnet

Zeckenbissen vorbeugen durch richtige Kleidung

05.04.2011

Zahlreiche Gesundheitsbehörden und Mediziner haben angesichts des wärmeren Wetters der letzten Wochen Zecken-Warnungen ausgesprochen und Möglichkeiten zum Schutz vor den winzigen Blutsaugern dargelegt. Denn das Gesundheitsrisiko eines Zeckenbisses ist nicht zu unterschätzen, da bei dem Saugvorgang gefährliche Krankheitserreger in den Körper des Wirtes gelangen können.

Im Zuge des einsetzenden Frühlingswetters steigt das Risiko von Zeckenbissen. Dabei ist mit dem Beginn der Zecken-Saison auch eine erhöhte Gefahr von Borreliose-Erkrankungen und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbunden, warnen Experten. Zwar ist das Infektionsrisiko bei einem Zeckenbiss generell eher gering, doch insbesondere in den Risikogebieten sollten sich Menschen bei einem Aufenthalt im Freien vor den blutsaugenden Krankheitsüberträgern schützen.

Effektiver Zeckenschutz durch entsprechende Kleidung
Die effektivste Methode, um sich vor Zeckenbissen beziehungsweise Borreliose und FSME zu schützen, ist eine entsprechende Bekleidung. Langärmlige Oberteile und lange Hosen mit engen Bündchen sowie festes Schuhwerk bieten bei einem Aufenthalt im Freien einen relativ effizienten Zeckenschutz. Auch ist es hilfreich auf helle Kleidung zurückzugreifen, da auf dieser die winzigen Blutsauger deutlich besser zu erkennen sind. Bei der Rückkehr sollte der ganze Körper gründlich abgesucht und anhaftende Zecken mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange entfernt werden. Quetschungen oder Drehungen der Tiere sind dabei ebenso zu vermeiden wie die Behandlung mit Klebstoff oder Öl, da ansonsten die Zecke ihren Mageninhalt in die Wunde abgibt und dabei umso mehr gefährliche Krankheitserreger übertragen werden können. Wird die Zecke direkt entfernt, ist das Infektionsrisiko nach Aussage der Experten relativ gering, da erfahrungsgemäß in den ersten 24 Stunden nur wenig Krankheitserreger übertragen werden.

Einstichwunde nach Zeckenbiss genau beobachten
Allerdings sollte nach einem Zeckenbiss die Einstichstelle in den kommenden Tagen genau beobachtet werden, da eine mögliche Entzündung oder Borreliose-Erkrankung sich häufig bereits an der Wunde erkennen lässt. Bei roten Flecken um die Bisswunde herum ist dringend ein Arztbesuch zu empfehlen, da diese Rötungen ein typisches Anzeichen für Borreliose-Erkrankungen sind. Auch wenn nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auftreten, sollte eine Arzt hinzugezogen werden, da sowohl eine Borreliose-Infektion als auch die Frühsommer- Meningoenzephalitis im Anfangsstadium durch entsprechende Symptome gekennzeichnet sind. Dabei sollten die gesundheitlichen Risiken keinesfalls unterschätzt werden, da erhebliche gesundheitliche Schäden drohen. So erklärte Dr. Reinhard Kaiser, Chefarzt der Neurologie an der Städtischen Klinik Pforzheim letzten Monat auf einer Presskonferenz der Universität Hohenheim, dass rund 70 Prozent der FSME-Patienten langwierige Folgeschäden erleiden.

Folgen einer FSME-Erkrankung
Auf die anfänglich eher harmlosen grippeähnliche Symptome der FSME wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können erhebliche gesundheitliche Beschwerden, wie Lähmungen, Atemprobleme, Bewusstseinsstörungen oder Sprach- und Gleichgewichtsstörungen folgen. „Die Hälfte der Patienten litt auch zehn Jahre nach der Infektion an Lähmungen, Atemschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Schluck- und Sprechstörungen“, betonte Dr. Kaiser unter Bezug auf die Ergebnisse einer aktuellen Langzeitstudie. Den Ausführungen des Experten zufolge sind insgesamt 30 Prozent der Studienteilnehmer binnen zehn Jahren an den Folgen der Frühsommer-Meningoenzephalitis verstorben. Allerdings besteht die Möglichkeit sich durch eine FSME-Impfung vor der Erkrankung zu schützen und die Gesundheitsbehörden raten vor allem Einwohnern in den sogenannten Risikogebieten diese Möglichkeit wahrzunehmen. Als Anhaltspunkt für das Risiko einer FSME-Übertragung durch einen Zeckenbiss, wurden deutschlandweit sogenannte Risikogebiete bestimmt, die in entsprechenden Karten abzulesen sind. Dabei konzentrieren sich die Risikogebiete im wesentlichen auf Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg

Gesundheitsrisiko Borreliose
Auch die durch Zeckenbisse übertragene Borreliose stellt eine erhebliche Belastung für die Gesundheit dar, wobei neben den typischen roten Flecken ebenfalls grippeähnliche Symptome, die sogenannten „Borreliose-Grippe“, ein deutliches Anzeichen für die Erkrankung sind. Zwar lässt sich Borreliose im Anfangsstadium relativ erfolgversprechend mit Antibiotika therapieren, doch häufig wird die Erkrankung zu spät erkannt und die Erreger beginnen im Körper zu streuen. Es droht die chronische Borreliose, die neben den bereits genannten Symptomen durch erhebliche Müdigkeits- und Erschöpfungsgefühle, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie gelegentlich Sehstörungen und Herzproblemen gekennzeichnet ist. Im chronischen Stadium können die Borreliose-Erreger nicht nur weitere Organe, Gelenke und Muskeln sondern auch das zentralen und peripheren Nervensystem befallen. (fp)

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