Dieses Jahr wieder zur Grippeimpfung?

Sebastian
Grippeimpfung: Schutz hält die ganze Wintersaison
Auch wenn es die vergangenen Tage vielerorts sehr herbstlich geworden ist, dauert es bis zum Winter noch eine Weile. Trotzdem weisen Gesundheitsexperten schon jetzt auf die Grippe-Saison hin. Diejenigen die sich impfen lassen wollen, können dies bereits jetzt tun. Der Schutz hält den ganzen Winter über.

Bestimmten Personengruppen wird zur Impfung geraten
Der Sommer ist nun wohl endgültig vorbei. Sinkende Temperaturen und nasskaltes Wetter werden für immer mehr Erkältungen in den nächsten Wochen sorgen. Die Grippe-Saison startet zwar erst später – meist ab Januar -, doch bereits jetzt kann man sich impfen lassen. Viele Bundesbürger sind sich nicht sicher, ob die Grippe-Impfung sinnvoll ist. Gesundheitsexperten raten Menschen aus Risikogruppen, sich impfen zu lassen. So wird Senioren ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken, Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal von der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Grippeschutzimpfung geraten.

Spritze
Soll man sich zum Schutz vor der Grippe impfen lassen? Bild: Kzenon – fotolia

Schutz hält den ganzen Winter über
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erklärte Prof. Thomas Löscher, dass die klassische Empfehlung sei, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. „Man kann sich aber auch jetzt schon impfen lassen. Der Schutz hält die gesamte Wintersaison“, erläuterte Löscher, der Mitglied im Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der LMU München ist. Rund zwei Wochen dauert es, bis die Impfung wirkt. Während dieser Zeit bildet der Körper Abwehrzellen und Abwehrstoffe gegen Influenza-Viren. Löscher erklärte, dass die Grippe-Impfung – anders als andere Impfungen wie etwa die gegen Masern – vorrangig dem Schutz des Einzelnen dient. Deswegen wird sie auch nur den Menschen ausdrücklich empfohlen, für die eine Grippe eine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung darstellen kann. Allerdings wird allen anderen auch nicht davon abgeraten.

Nebenwirkungen und allergische Reaktionen
Wie auch andere Impfungen kann die gegen Grippe Nebenwirkungen haben. So kann es um die Einstichstelle herum zu Schwellungen, Schmerzen oder Rötungen kommen. Zudem können Symptome wie Müdigkeit, Gliederschmerzen, Frösteln oder leichtes Fieber auftreten. „Eine gewisse Reaktion ist normal“, so Löscher. „Das ist ein Zeichen für die Aktivierung der Abwehrkräfte.“ In der Regel sollten die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen wieder abklingen. Da die Basis des Grippe-Impfstoffs Hühnereier sind, können Allergiker Probleme bekommen, selbst, wenn sie bislang nichts von ihrer Allergie wussten. Bei ihnen können unter anderem starke Schwellungen oder Rötungen, Quaddeln oder leichtes Fieber auftreten. Im Extremfall kann es sogar zu einem allergischen Schock kommen. Für Allergiker steht auch ein Impfstoff ohne Hühnerei zur Verfügung.

Auf natürliche Weise vor Ansteckung schützen
Grundsätzlich gilt jedoch bei der Grippe-Impfung Pro und Contra immer gegeneinander abzuwägen. So weisen Impf-Kritiker in diesem Zusammenhang nicht nur auf mögliche Nebenwirkungen hin, sondern auch auf die Möglichkeiten des natürlichen Schutzes. Man kann das Ansteckungsrisiko bereits durch einfache hygienische Maßnahmen verringern. Regelmäßiges Händewaschen wird dabei genauso empfohlen wie Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch. An Grippe Erkrankte sollten engen Kontakt zu gefährdeten Personen möglichst meiden – und umgekehrt.

Impfstoff wirkte letztes Jahr nicht so gut
Ein Problem, das in der vergangenen Grippe-Saison auftrat, ist auch in Zukunft nicht auszuschließen: Damals war berichtet worden, dass der Grippe-Impfstoff bei einem weit verbreiteten Virustyp schwächer wirkte, als erwartet. Die Impfstoffe werden jedes Jahr an die aktuell grassierenden Influenza-Viren angepasst. Diese sollen gegen die Virenstämme wirken, die höchstwahrscheinlich im kommenden Winter vor allem für Grippeerkrankungen verantwortlich sein werden. Die Grundlage dafür sind die Erkenntnisse der weltweiten Influenza-Überwachung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).