„Digitaler Beratungsraum“ in Apotheken

Fabian Peters
Techniker Krankenkasse setzt auf digitales Angebot in Apotheken
Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Nun testet die Techniker Krankenkasse einen neuen „digitalen Beratungsraum“ in Apotheken, mit dessen Hilfe die Arzneimittelsicherheit erhöht werden soll.

Das neue digitale Angebot für Apotheken wird von der TK in Kooperation mit Aliud Pharma Apothekern durchgeführt. Die teilnehmenden Apotheken können die ansonsten „kostenpflichtige Service-App des Apotheken-Fachkreises für sechs Monate kostenlos“ nutzen, „um die Beratungsgespräche im Rahmen des Arzneimittel-Coachings zu unterstützen“, so die Mitteilung der Krankenkasse. Wesentliche Informationen zu den Arzneien werden in der App anschaulich und für Patienten leicht verständlich dargestellt. Die TK erhofft sich durch den Einsatz eine Verbesserung der Arzneimittelsicherheit.

Das digitale Beratungsangebot in Apotheken soll die Arzneimittelsicherheit erhöhen. (Bild: Tyler Olson/fotolia.com)
Das digitale Beratungsangebot in Apotheken soll die Arzneimittelsicherheit erhöhen. (Bild: Tyler Olson/fotolia.com)

Digitales Arzneimittel-Coaching
Auf Basis des digitalen Angebotes können Apothekerinnen und Apotheker „das Arzneimittel-Coaching mit anschaulichen Grafiken und Multimediainhalten auf dem Tablet-Computer durchführen“, erläuterte der Leiter des Fachbereichs Arzneimittel bei der TK, Tim Steimle, auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf. Durch die App würden die guten und wichtigen Inhalte besser veranschaulicht und leichter verständlich. Den teilnehmende Apotheken biete die App „eine exklusive Oberfläche, von der auch auf die Inhalte für das TK-Arzneimittel-Coaching zugegriffen werden kann“, so die Mitteilung der Krankenkasse.

Sechsmonatige Testphase für das digitale Beratungsangebot
Mit dem digitalen Beratungsraum werde es möglich, alle Unterlagen für das Beratungsgespräch in der App vorzubereiten und im Anschluss auch die Dokumentation vorzunehmen, berichtet die TK. Zudem könnten zusätzliche Filminhalte zur Anwendung spezieller Darreichungsformen oder der TK-Erklärfilm zu den Generikarabattverträgen hier leicht eingebunden werden. Auch bestehe die Möglichkeit, nach dem Coaching die Abrechnung mit einem Klick an die TK zu senden. Die sechsmonatige Testphase biete den Apothekerinnen und Apothekern nach Einschätzung der Krankenkasse ausreichend Zeit, die Service-App zu testen. In dem Zeitraum können Patienten ein komplettes Coaching durchlaufen, erläutert die TK. Nach Abschluss der Testphase müssen sich die teilnehmenden Apotheken dann entscheiden, ob sie die App weiter nutzen wollen.

Digitale Möglichkeiten im Sinne der Patienten nutzen
Die Techniker Krankenkasse setzt insgesamt verstärkt auf die digitalen Möglichkeiten und bietet seit Oktober beispielsweise auch die Kostenübernahme für eine Therapie-App gegen Tinnitus (Ohrensausen) an. Nach einmaliger Einstellung durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt können Betroffene mit ihrer Hilfe die Störgeräusche bestenfalls vollständig wegtrainieren. Welche digitalen Angebote sich am Ende als Erfolg erweisen, bleibt insgesamt abzuwarten. Dabei ist zu hoffen, dass hier nicht die Kostenreduktion bei der Therapie, sondern die Verbesserung der Behandlung das Ziel des Handelns bleibt. (fp)