Dioxin-Eier: Boden scheidet als Quelle aus

Astrid Goldmayer

Boden scheidet als Quelle für verseuchte Dioxin-Eier aus

18.04.2012

Die Behörden tappen bei der Suche nach der Ursache für die verseuchten Dioxin-Eier auf einem Biohof im Kreis Minden-Lübbecke weiterhin im Dunkeln. Die Bodenproben, die zuletzt auf dem Hof genommen wurden, ergaben laut dem NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz keine Auffälligkeiten.

Mehr zum Thema:

Kein PCB im Boden
Demzufolge seien die Proben unbelastet. Lediglich bei zwei Bodenproben wurde eine leichte Erhöhung festgestellt, die jedoch keine Überschreitung der Höchstwerte von PCB in den Eiern verursacht haben könnte. Die beiden Proben stammen aus dem konventionell betriebenen Bereich des Hofes. Die Eier aus konventioneller Haltung wiesen aber keine Belastung auf. Der Bereich es Betriebes, der ökologisch geführt wird, ist bereits seit April gesperrt. Ebenso ergab die Untersuchung des Trinkwasser und der Futtermittel keine Belastung. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt nun gegen Unbekannt.

Hintergrund des Skandals waren verseuchte Bioeier des Hofes, die in einem Betrieb in Euskirchen verpackt und an Supermärkte geliefert wurden. Bereits Mitte März lagen dem Betrieb Informationen über erste Proben vor, die den Grenzwert überschritten. Am 15. März wurden daraufhin mehr als 100.000 Eier zurück an den Biohof geschickt. Durch einen Fehler bei der Etikettierung wurden 7.000 dennoch in den Handel gebracht.

Der Inhaber des Biohofs, der zur Zeit in Südamerika Urlaub macht, hatte zunächst verschwiegen, dass laut Unterlagen auch 20.000 Eier an einen Händler im Regierungsbezirk Tübingen geliefert wurden. Noch in dieser Woche wird die Rückkehr des Biohof-Besitzers erwartet.

Foodwatch kritisiert Kreise
Die Verbraucherorganisation Foodwatch spricht von schweren Versäumnissen einzelner Kreise im Zusammenhang mit dem aktuellen Dioxin-Skandal. Dabei beruft sich die Verbraucherorganisation auf eigene Nachforschungen bei den Kreisen, die ergeben hätten, dass die Überschreitungen des Grenzwerts hier bereits am 27. März bekannt gewesen seien. Die Mitteilung der Grenzwertüberschreitung erfolgte jedoch erst am 2. April an das zuständige Ministerium. Deshalb seien die Verbraucher unnötig einer erhöhten Belastung durch PCB ausgesetzt worden, kritisierte Foodwatch. (ag)