Dioxin Eier im Supermarkt erkennen

Heilpraxisnet

Dioxin Eier im Supermarkt erkennen: Verbraucherschutz veröffentlicht erste Erzeugercodes, um Dioxin verseuchte Eier im Einzelhandel zu erkennen. Bereits gekaufte Eier sollte nicht gegessen und zurück gegeben werden.

10.11.2011

Nach den Dioxinfunden in Eiern haben Verbraucherschützer Erzeugercodes veröffentlicht, mit denen Verbraucher im Handel erkennen können, ob es sich bei den Eiern möglicherweise um Dioxin belastete Eier handelt. Die Codes geben darüber Aufschluss, ob die Eier von den betroffenen Erzeugerbetrieben stammen.

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Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat auf ihrer Internetseite Kennnummern von den betroffenen Erzeugern veröffentlicht. Die Betriebe sind in Niedersachsen oder in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Die Verbraucherschützer raten Konsumenten, Eier mit den Codes nicht zu verzehren und sie im Supermarkt oder Einzelhandel wieder zurück zugeben.

Mit den Stempelprägungen lässt sich die Herkunft sowie die Bedingungen unter den die Hühner aufwuchsen, ablesen. Denn seit einigen Jahren (seit 2004) müssen Hersteller jedes Ei mit einer Prägung versehen. Der Zahlen- und Buchstaben Code besteht aus insgesamt 8 Ziffern und zwei Buchstaben. Am Anfang steht eine Zahl zwischen Null und Drei, danach folgen insgesamt zwei Buchstaben und sieben weitere Zahlen.
Auch das Bundesministerium für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft erklärt auf seiner Internetseite, wie die Ziffern und Buchstaben zu deuten sind. Beispielsweise lässt sich an der ersten Ziffer erkennen, ob es sich bei den Eiern um Bio, Boden oder Käfighaltung handelt. Die Null steht für eine Bio Herkunft, die Eins für Freiland, die Zwei für Boden und die Drei für Käfighaltung.

An den Buchstaben lässt sich erkennen, woher die Eier stammen. "DE" bedeutet Deutschland und zum Beispiel "NL" für die Niederlande. Die nachfolgenden zwei Zahlen geben Aufschluss darüber, aus welchem Bundesland die Eier stammen. "03" bedeutet Niedersachen, "05" steht für Nordrhein-Westfalen, "09" bedeutet Bayern, und "16" Thüringen. Die darauffolgenden Ziffern (3 bis 6 Zahl) zeigen an, von welchem Hof die Eier entstammen. Die letzte Zahl zeigt, von welchem konkreten Stall des Betriebes die Eier stammen. Zu beachten ist, dass sich die Angaben auf der Verpackung zu den Prägungen unterscheiden können. Das bedeutet, die tatsächliche Herkunft lässt sich nur zu 100 Prozent auf der Schale des Hühnereis feststellen. Das liegt daran, dass die Eier oftmals beispielsweise in Frankreich produziert und in Deutschland in neue Kartons verpackt wurden.

Zahlencodes der betroffenen Eier vor denen die Verbraucherzentrale warnt:
2-DE-0513912 (Gewichtskl. XL)
3-DE-0514411 (nur braue Eier)
2-DE-0350372
2-DE-0355461
3-DE-0312141
2-DE-0312142
2-DE-0312151
2-DE-0350384
1-DE-0508762
2-DE-0508761

Die aus den Codes ersichtlichen Hersteller bleiben gesperrt, bis die Dioxinwerte für die produzierten Eier unter den erlaubten Grenzwert fallen. Verbraucher, die Eier mit diesen Eiercodes zu Hause lagern, sollten auf den Verzehr verzichten und diese zum Einzelhändler zurückbringen, so die Empfehlung der Verbraucherzentrale. Alle genannten Eier entstammen entweder aus Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen.

Warum können die Eier für die Gesundheit gefährlich werden?
Schon in geringen Dosen gilt wissenschaftlich erwiesen, dass Dioxin krebserregend und stark giftig ist. Der schädliche Stoff setzt sich im Fettgewebe fest und stellt daher eine langfristige gesundheitliche Gefahr dar. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, des Nervensystems und des Hormonhaushaltes in Tierversuchen nachgewiesen. Auch schwer entzündliche Erkrankungen der Haut und Schädigungen der Leber sind möglich. Wurden nur wenige Eier verzehrt, ist das Risiko überschaubar. Eine akute und langfristige Vergiftung wird zum derzeitigen Wissensstand ausgeschlossen.

Sind Bio-Eier auch betroffen?
Eier die von einem Bio-Bauernhof entstammen, sind nach momentanen Erkenntnissen von dem Dioxion Skandal verschont geblieben. Das liegt daran, dass nach der EU-Öko-Richtlinie dem Futtermittel keine Fettsäuren zugesetzt werden dürfen. Bio-Eier sind demnach derzeit unbedenklich. (sb, Stand 10.01.2011)