Dioxin im Schweinefleisch keine Gesundheitsgefahr

Fabian Peters

Dioxin im Schweinefleisch keine gesundheitliche Gefahr? Nach Angaben des Bundesinstitut für Risikobewertung soll der momentane Dioxin-Anteil im Schweinefleisch keine unmittelbare Gefahr für Verbraucher darstellen.

13.01.2011

Durch den Verzehr von dioxinbelastetem Schweinefleisch bestehen keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit, jedoch sind die möglichen Langzeitfolgen – wie auch bei dioxinbelasteten Eiern – äußerst tückisch, so die Warnung des Experten vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Helmut Schafft.

Mehr zum Thema:

Dioxin-Belastung: Schweinefleischkonsum keine gesundheitliche Gefahr
Da Dioxin im Körper kaum abgebaut werden kann, lagert sich das Toxin im Fettgewebe ab und reichert sich hier im Verlauf des Lebens immer mehr an, erläuterte der BfR-Experte im Gespäch mit der Nachrichtenagentur „dpa“. Daher ist die Aufnahme von Dioxinen nach Aussage von Helmut Schafft generell kritisch zu bewerten, doch die Grenzwertüberschreitungen in den bisher kontrollierten Schweinefleischproben seien nur gering gewesen, so dass nach Einschätzung des BfR bei maßvollem Verzehr des dioxinbelasteten Schweinefleischs keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit besteht. „Wenn jemand gelegentlich einen Braten oder Wurstwaren isst, braucht er nicht mit einer Gefahr zu rechnen“, erläuterte der BfR-Experte Schafft.

Dioxin-Werte nur leicht über dem Grenzwert
Anders als im aktuellen Skandal um die Dioxin-Belastung von Eiern und Hühnerfleisch sei beim Schweinefleisch lediglich eine geringe Mehrbelastung mit Dioxin festgestellt worden, betonte Helmut Schafft. Zwar seien die untersuchten Proben aufgrund ihrer geringen Zahl bisher nicht besonders aussagekräftig, aber insgesamt sei im Schweinefleisch nur ein Dioxin-Wert von 1,5 Picogramm nachgewiesen worden, was einer Grenzwertüberschreitung von 0,5 Picogramm entspreche, so der Experte. Entwarnung wollte der Schafft im Interview mit der „dpa“ jedoch trotzdem nicht geben, „denn wir nehmen, ob wir wollen oder nicht, immer geringe Mengen von Dioxin auf – auch ganz ohne Skandal“ und da es vom Körper nicht abgebaut wird, sollte jede zusätzliche Aufnahme vermieden werden, betonte der Fachmann.

Kaum Möglichkeiten sich vor Dioxin zu schützen
Die Verbraucher haben nach Aussage des Experten vom BfR kaum eine Möglichkeit sich vor dioxinbelastetem Schweinefleisch zu schützen. In den meisten Fällen sei für die Konsumenten nicht nachvollziehbar, wie Lebensmittel produziert wurden, weshalb „Überwachungs- und Kontrollsysteme sowie Unternehmerverantwortung so wichtig“ sind, erklärte Helmut Schafft. Eine Möglichkeit die Dioxin-Aufnahme auch beim Verzehr belasteten Schweinefleischs zu minimieren, ist nach Angaben des BfR-Experten, die Fettkruste einfach abzuschneiden und nicht mitzuessen. Damit könne die aufgenommene Dioxin-Dosis bereits erheblich verringert werden, erläuterte Helmut Schafft. Das die dioxinbelasteten Fette, welche für die Belastung der Eier und des Hühnerfleisches verantwortlich gemacht werden, auch zu Futtermittel für die Schweinemast verarbeitet wurden, verdeutlicht dabei einmal mehr, dass in der Nahrungsmittelproduktion zahlreiche Schwachstellen bestehen. Kontrollen, Überwachung und Unternehmerverantwortung, wie sie der BfR-Experte im Sinne der Verbraucher fordert, waren hier offenbar kein Weg, um den Skandal zu verhindern. (fp)