Distanz zum bösen Traum: Eltern sollten Kinder nach Alpträumen Ruhe bieten

Eltern sollen Kinder, die nach einem bösen Traum erwachen beruhigen und ihnen dabei helfen, Distanz zum Albtraum zu bekommen. Ein gemeinsames Interpretieren des Horrortrips wäre hinderlich. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)
Alfred Domke
Alpträume von Kindern: Beruhigen statt gemeinsam interpretieren
Wenn Kinder nach einem bösen Traum erwachen, sollte ihnen von den Eltern dabei geholfen werden, Abstand von ihrem Albtraum zu bekommen. Experten raten davon ab, den Traum gemeinsam mit den Kleinen zu interpretieren, das würde es den Kindern erschweren, den Horrortrip zu vergessen.

Nächtliche Horrortrips reichen manchmal bis in den Tag hinein
Wohl jeder ist schon mal aus einem schlimmen Traum erwacht. Nicht immer ist es damit vorbei. Manchmal reichen die Horrortrips in der Nacht bis weit in den Tag. Beschwichtigungen wie: „Es war doch nur ein Traum“, helfen dann nicht unbedingt weiter. Viele machen sich Gedanken über die wirren Träume und ihre Bedeutung und sind dadurch mitunter noch verängstigter. Kinder sind besonders betroffen.

Eltern sollten Kinder, die nach einem bösen Traum erwachen, beruhigen und ihnen dabei helfen, Distanz zum Albtraum zu bekommen. Ein gemeinsames Interpretieren des Horrortrips wäre dabei hinderlich. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)
Eltern sollten Kinder, die nach einem bösen Traum erwachen, beruhigen und ihnen dabei helfen, Distanz zum Albtraum zu bekommen. Ein gemeinsames Interpretieren des Horrortrips wäre dabei hinderlich. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)

Kinder werden häufiger von Alpträumen geplagt
Aufgrund der längeren Schlafphasen werden Kinder auch häufiger von Albträumen geplagt. Wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf seiner Webseite „kinderaerzte-im-netz.de“ berichtet, sollten Eltern nach dem Aufwachen aber auf keinen Fall versuchen, gemeinsam mit dem Kind den bösen Traum zu interpretieren.

Laut Katharina Rödiger, Diplom-Psychologin und Schlafforscherin an der Kinder-Uniklinik Ostbayern, ist es vielmehr wichtig, eine Distanz zum Traum aufzubauen. Deuten Eltern den Traum, dann kann es sein, dass er sich in der Erinnerung festsetzt. Dadurch fällt es den Kleinen sehr schwer, den Traum zu vergessen.

Körperkontakt mit dem Kind
Wie der BVKJ erläutert, erkennen Eltern eine Albtraum daran, dass das Kind aufwacht, emotional sehr erregt ist und geschwitzt hat. Außerdem kann sich der Nachwuchs deutlich an den schrecklichen Traum erinnern.

In dieser Situation sollten Eltern ihr Kind am besten beruhigen, es in den Arm nehmen oder sich zusammen mit ihm ins Bett legen. Durch den Körperkontakt fühlt sich das Kind beschützt. Wenn ein Kind aber jede Woche Albträume oder immer wieder den gleichen Traum hat, ist es ratsam, den Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen.

Albträume in den Griff bekommen
Andere Experten verweisen darauf, dass es bei Alpträumen zu empfehlen sei, Kinder selbst eine Lösung finden zu lassen, indem der böse Traum am folgenden Tag mit ihnen besprochen wird.

Auch Erwachsene sollten sich nicht damit abfinden: Alpträume können besiegt werden. Es gibt gezielte Techniken, mit denen man Alpträume in Eigenregie oder auch mit professioneller Hilfe in den Griff bekommen kann.

Außerdem gibt es erfolgreiche Therapien bei chronischen Alpträumen. Der Hausarzt kann oft einen erfahrenen Psychotherapeuten oder einen Schlafmediziner empfehlen. Medikamente werden nur im äußersten Notfall verschrieben. (ad)

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