Dopamin ist viel mehr als nur der Botenstoff des Glücks

Dopamin ist vor allem als „Botenstoff des Glücks“ beziehungsweise als „Glückshormon“ bekannt. Doch der Neurotransmitter hat noch viel mehr Auswirkungen auf den Menschen. (Bild: Zerbor/fotolia.com)
Alfred Domke
Dopamin: Forscher beschäftigen sich mit dem Botenstoff des Glücks
Der vom Körper produzierte Botenstoff Dopamin wird im Volksmund auch „Glückshormon“ genannt. Das Hormon ist aber nicht nur für das Empfinden von Glücksgefühlen verantwortlich, sondern wird unter anderem auch in der Notfallmedizin eingesetzt, etwa bei einem Herz-Kreislauf-Schock. Auf einer Konferenz beschäftigen sich Forscher mit dem wichtigen Neurotransmitter.

Der „Botenstoff des Glücks“
Dopamin ist ein vom Körper produzierter Botenstoff oder Neurotransmitter, der Informationen zwischen den Nervenzellen und zwischen Muskel- und Nervenzellen vermittelt. Es steuert sowohl emotionale und geistige als auch motorische Reaktionen. Dopamin ist vor allem als „Botenstoff des Glücks“ beziehungsweise als „Glückshormon“ bekannt. Es ist dafür verantwortlich, dass wir Glücksgefühle empfinden können, schreibt die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien).

Dopamin ist vor allem als „Botenstoff des Glücks“ beziehungsweise als „Glückshormon“ bekannt. Doch der Neurotransmitter hat noch viel mehr Auswirkungen auf den Menschen. (Bild: Zerbor/fotolia.com)
Dopamin ist vor allem als „Botenstoff des Glücks“ beziehungsweise als „Glückshormon“ bekannt. Doch der Neurotransmitter hat noch viel mehr Auswirkungen auf den Menschen. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Schwere gesundheitliche Probleme
Laut den Experten basieren auch sogenannte Adrenalin-Kicks, etwa beim Sport, auf demselben Muster. Adrenalin ist demnach ein enger Verwandter von Dopamin. Ist zu wenig oder zu viel Dopamin im Spiel, können aber auch schwere gesundheitliche Probleme entstehen. Wenn generell zu wenig Dopamin-Moleküle ausgeschüttet werden, kann es zu Parkinson kommen, ein Zuviel kann bis hin zu Wahn, Halluzinationen oder Schizophrenie führen.

Dopamin in der Notfallmedizin
Dopamin wird in der Notfallmedizin auch zur Kreislaufstabilisierung bei Schockzuständen oder drohenden Schockzuständen eingesetzt. Diese können zum Beispiel bei Herzversagen und Herzinfarkt auftreten.

Der Botenstoff hat aber noch mehr Auswirkungen: So stellten Wissenschaftler vom University College London bei einer Untersuchung fest, dass bei älteren Menschen der Rückgang des Dopaminspiegels dazu führt, dass die Betroffenen weniger risikobereit werden.

Dopaminausschüttung schuld an Süchten
„Außerdem ist die Dopaminausschüttung daran schuld, dass Menschen süchtig werden, dass sie auf der Suche nach Lustgewinn immer neue Levels erreichen wollen“, erklärt Harald Sitte vom Institut für Pharmakologie der MedUni Wien in der Mitteilung der Hochschule. „Dopamin bringt manche Menschen dazu, ständig auf der Suche nach der Befriedigung von Süchten zu sein.“

Laut Matthäus Willeit von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien kann eine überschießende Ausschüttung von Dopamin im falschen Moment dazu führen, „dass Dinge bedeutsam werden, die sonst bedeutungslos sind. Das kann bis hin zu Wahn, Halluzination oder sogar Schizophrenie führen.“

Die beiden Wissenschaftler sind die Organisatoren des nächste Woche stattfindenden Dopamin 2016-Kongresses am Campus der Universität Wien und am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien. Die Konferenz soll unter anderem ForscherInnen aus Grundlagenforschung und Klinik zusammenbringen.

Ursache für die Entwicklung von Parkinson
Es ist noch nicht geklärt, wie es zu dieser vermehrten Ausschüttung kommt. Wie die Hochschule in ihrer Mitteilung berichtet, konnte allerdings eine Ursache für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit geklärt werden. Und zwar durch Oleh Hornykiewicz vom Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien Anfang der 1960er Jahre: Von seiner Arbeitsgruppe wurde der Mangel an Dopamin in bestimmten Gehirnregionen nachgewiesen und als krankheitsauslösende Ursache identifiziert.

Außerdem konnte Hornykiewicz zeigen, dass man Dopamin „nicht einfach nachfüllen kann“, erklärt Sitte, woraufhin er eine Art „Vorstufen-Nachfüllung“ entwickelte, das Levodopa (L-Dopa), eine Vorstufe des Dopamins. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung der Dopaminkonzentration in den Basalzellen des Großhirns. (ad)

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