Dorn-Methode: Begründer Dieter Dorn verstorben

Thorsten Fischer

Der Begründer der Dorn-Methode, Dieter Dorn, ist im Alter von 72 Jahren gestorben

06.02.2011

Am 19. Januar 2011 ist der Begründer der sogenannten Methode Dorn, oder auch Dorn- Methode, der Dieter Dorn verstorben. Dieter Dorn verstarb im Alter von 72 Jahren. Er hatte vor etwa 38 Jahren durch Intuition seine Methode Dorn begründet, die sich in Deutschland und Österreich recht weit verbreitet hat. Dabei war der in Lautrach im Allgäu lebende Dorn aber kein studierter Mediziner und hat auch nie eine Heilpraktikerprüfung abgelegt. Dieter Dorn war Landwirt und Sägewerkbesitzer.

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Als er sich selbst 1973 im Alter von 35 Jahren verhob und Rückenschmerzen bekam, half ihm der Bauer Josef Müller durch einen Daumendruck an der Beschwerderegion. Dadurch schloss Dorn, dass man durch sanftes „Zurechtrücken“ der Wirbel Beschwerden gut behandeln kann und wurde schnell in der Region bekannt. Der, jetzt in Berlin praktizierende, Chirurg und Orthopäde Dr. Thomas Hansen und seine Ehefrau wurden 1985 von Dorn erfolgreich behandelt. Dr. Hansen animierte Dorn zu Seminaren und auf diese Weise fand die Dorn Methode weitere Aufmerksamkeit- auch überregionaler Natur.

Verbreitet wurde die Dorn Methode dann hauptsächlich durch Heilpraktiker, die in Volkshochschulen oder anderen Fortbildungseinrichtungen auch Laien in der Methode unterrichteten. Meist wurden die Kurse oder Einzelseminare zusammen mit der Massage nach Breuss angeboten. Angeboten für Patienten wird die Methode Dorn hauptsächlich von Heilpraktikern, aber auch von naturheilkundlich arbeitenden Ärzten.

Neben dem guten Ansatz Dorns, der einer einfach zu erlernenden und auszuübenden Methode der Behandlung weite Verbreitung auch für Laien zuteil werden lassen wollte, gab es aber auch viel Kritik. Ein Punkt, der auch in der Naturheilkunde für Kritik sorgte, war die Fixierung Dorns auf Asymmetrien und Fehlstellungen der Wirbelsäulenwirbel, Beinlängendifferenzen oder Beckenschiefstände. So wurde viel nach der Position des Organismus diagnostiziert und in der Behandlung nach Dorn für ein Korrigieren der Haltung gesorgt. Dieses Korrigieren sollte eine verbesserte Funktion gewährleisten. Manuelle Naturheilverfahren wie die Osteopathie oder das Fasziendistorsionsmodell legen weniger wert auf die Position, sondern auf die geäusserten Beschwerden der Patienten oder auf deie Spannungsverteilung im gesamten Organismus. Aus dieser Sicht heraus gilt bei vielen Therapeuten die Methode Dorn als zu dogmatisch oder reduktionistisch.

Ungeachtet dieser Kritik und natürlich der Kritik aus wissenschaftlichen Medizinerkreisen, erfreut sich die Methode Dorn bei Menschen, die Naturheilverfahren in Anspruch nehmen, großer Beliebtheit. Es gibt in der Bundesrepublik ein beachtliches Potential an Kursen und Therapeuten nach der Methode Dorn, was sich aller Voraussicht nach auch nach dem Tode des Begründers nicht ändern wird. (tf)