Dortmunder Grundschule wegen Norovirus geschlossen

Fabian Peters

Grundschule in Dortmund wegen Norovirus geschlossen?

23.11.2011

In Dortmund hat vermutlich das Norovirus eine ganze Schule lahmgelegt. Zahlreiche Schüler zeigten die typischen Norovirus-Symptome, wie Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

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Nachdem die Anzahl der „Erkrankungen mit Magen-Darm-Symptomatik“ bei Schülern der Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund am Montag auf 109 gestiegen war, hat die Schulleiterin Gisela Schultebraucks-Burgkart in Absprache mit dem Gesundheitsamt entschieden, die Schule bis einschließlich Donnerstag zu schließen, so die Mitteilung der Stadt Dortmund. Als Ursache der gesundheitlichen Beschwerden bei den Schülern wird eine Norovirus-Infektion vermutet.

Grundschule wegen Viruserkrankungen geschlossen
Die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamts, Dr. Annette Düsterhaus, wird in aktuellen Medienberichten mit der Aussage zitiert, dass sie die Ausbreitung einer Virusinfektion in derart kurzer Zeit und solch einer Masse an nur einer Schule persönlich bisher noch nicht erlebt habe. Allerdings gibt es „nach jetzigem Kenntnisstand keinen Grund zur Besorgnis“, so die Aussage von Dr. Annette Düsterhaus in der offiziellen Pressemitteilung der Stadt Dortmund. Trotzdem bleibt die Schule aufgrund des Infektionsrisikos vorerst geschlossen. Wie die Gesundheitsamtsleiterin weiter erklärte, handelt es sich „sehr wahrscheinlich bei der Infektion um eine Viruserkrankung, die sehr ansteckend ist; aber bei sonst gesunden Kindern oder Erwachsenen zu keinen gravierenden Komplikationen führt.“

Bei Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einen Kinderarzt aufsuchen
Um eine weitere Ausbreitung der Erkrankungen mit Magen-Darm-Symptomatik zu verhindern, hat das Gesundheitsamt neben der vorübergehenden Schließung der Schule, Desinfektionsmaßnahmen in der Schule vorgesehen, mit denen bereits am Wochenende begonnen wurde. Außerdem wurden die Eltern in einem Informationsschreiben darüber informiert, wie mit den Virusinfektionen umzugehen ist. Dabei rät das Gesundheitsamt Eltern, deren Kinder Auffälligkeiten wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen zeigen, nicht nur dringend einen Kinderarzt aufzusuchen, sondern betont auch die Notwendigkeit von „Stuhluntersuchungen, die vielleicht Aufschluss über das Geschehen geben könnten.“ Der Gesundheitsamtsleiterin Dr. Düsterhaus zufolge haben die betroffenen Schüler bereits „zum Stuhlproben-Test sogenannte Stuhlröhrchen“ erhalten. „Die Proben werden von einem Institut auf Keime untersucht“, allerdings ist mit den „Ergebnissen erst in einigen Tagen“ zu rechnen, so die Aussage von Dr. Düsterhaus. Darüber hinaus wurde zur Sicherheit das Veterinäruntersuchungsamt eingeschaltet, welches das Gesundheitsamt bei der Suche nach den Ursachen der Erkrankung unterstützen soll.

Ursache der Magen-Darm-Erkrankungen bisher unklar
Am kommenden Freitag, wenn die Schule wieder ihren Betrieb aufnimmt, sollen laut Aussage des Gesundheitsamtes sämtliche Schüler einzeln nach eventuell noch bestehenden Symptomen befragt werden und am Unterricht dürfen nur Kinder, die symptomfrei sind, teilnehmen. Außerdem müssen „sicherheitshalber vor Ort und auch zu Hause alle Hygienemaßnahmen eingehalten werden, die bei ansteckenden Magen-Darm-Erkrankungen einzuhalten sind“, da bisher noch nicht bekannt ist, um welche Erkrankung es sich handelt, so die Pressemitteilung der Stadt Dortmund. Zwar liegt der Verdacht auf Infektionen mit dem Norovirus nahe, doch bisher konnte dieser von offizieller Seite nicht bestätigt werden. Auch müsse erst noch geklärt werden, ob und wie ansteckend die Erkrankung ist, erklärte die Stadt. Entwarnung könne daher zur Zeit noch nicht erteilt werden. Spekulationen zu einer möglichen Übertragung von Erregern durch die schulische Essensausgabe wurden von der Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Annette Düsterhaus, frühzeitig ausgeräumt. „Es ist davon auszugehen, dass das Schulessen nicht die Ursache für diese Infektionswellen ist“, erklärte die Expertin. Dr. Düsterhaus ergänzte: „Die hygienischen Bedingungen vor Ort waren einwandfrei“ und zudem hätten „längst nicht alle erkrankten Kinder an den Mahlzeiten teilgenommen.“ Welche Ursache die Erkrankungen mit Magen-Darm-Symptomatik tatsächlich haben und ob der laut Robert-Koch-Institut für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten ansteckenden Magen-Darm-Entzündungen bei Kindern und Erwachsenen verantwortliche Norovirus eine Rolle gespielt hat, müssen die kommenden Untersuchungen zeigen. (fp)