Down-Syndrom: Mutter veröffentlichte einen Brief an den Arzt, der ihr Kind abtreiben wollte

Ein Arzt in den USA riet einer Schwangeren zur Abtreibung, weil klar war, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen wird. Die Frau entschied sich für ihr Baby und schrieb dem Mediziner nun einen Brief. (Bild: denys_kuvaiev/fotolia.com)
Alfred Domke
Mutter schreibt Brief an Arzt, der Tochter wegen Down-Syndrom abtreiben wollte
Als die US-Amerikanerin Courtney Baker Schwanger war, riet ihr ein Arzt zur Abtreibung, da klar war, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen würde. Sie entschied sich dennoch für ihr Baby – und teilte dem Mediziner nun mit, warum ihre Entscheidung richtig war.

Angst vor Trisomie 21 ist weit verbreitet
Zwar sind lächelnde Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) auf Plakaten und in Werbespots oft Sympathieträger, wenn es um Behinderung geht. Andererseits ist die Angst vor Trisomie groß, auch wenn Experten immer wieder darauf hinweisen, dass Kinder mit Down-Syndrom nicht krank sondern nur langsamer sind. Experten zufolge lassen neun von zehn Frauen abtreiben, wenn die Diagnose Trisomie 21 vor der Geburt feststeht. Auch Courtney Baker aus Florida wurde während ihrer Schwangerschaft von ihrem Arzt zur Abtreibung geraten. Sie erwartete ein „Downie“. Die US-Amerikanerin entschied sich jedoch für das Kind und schrieb dem Mediziner nun einen Brief, in dem sie erklärte, wie glücklich sie mit ihrer Tochter Emersyn Faith ist.

Ein Arzt in den USA riet einer Schwangeren zur Abtreibung, weil klar war, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen wird. Die Frau entschied sich für ihr Baby und schrieb dem Mediziner nun einen Brief. (Bild: denys_kuvaiev/fotolia.com)
Ein Arzt in den USA riet einer Schwangeren zur Abtreibung, weil klar war, dass ihr Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen wird. Die Frau entschied sich für ihr Baby und schrieb dem Mediziner nun einen Brief. (Bild: denys_kuvaiev/fotolia.com)

Arzt riet schwangerer Frau zur Abtreibung
Emersyn ist mittlerweile 15 Monate alt. Wie es auf dem Internetportal „Mashable“ heißt, hat ihre Mutter einen Brief an den Arzt verfasst, der im Netz bereits mehrere Tausend Mal geteilt worden ist. Die Frau schreibt darin über die Zeit ihrer Schwangerschaft, in der sie sich voller Angst um ihr ungeborenes Kind an den Spezialisten für pränatale Medizin wandte. Dieser hatte sie jedoch nicht unterstützt und ermutigt, sondern ihr zur Abtreibung geraten. Den Angaben zufolge soll er den Rat mehrfach wiederholt und die werdende Mutter vor einer vermeintlich verminderten Lebensqualität mit einem Kind mit Down-Syndrom gewarnt haben.

Ihr Kind ist „perfekt“
Nach der Geburt ihrer Tochter stellte Courtney Baker jedoch fest, dass die Kleine eine große Bereicherung für ihr Leben ist. Die Mutter empfinde ihr Leben als glücklich und ihr Kind als perfekt. Nichts von dem, was ihr der Mediziner vorhergesagt hatte, sei zutreffend. „Emersyn bereichert nicht nur mein Leben, sie berührt auch die Herzen tausend Anderer“, sagte Baker gegenüber der Nachrichtenseite „ABC News“. In ihrem Brief schreibt die Frau, dass sie der Gedanke an jene werdenden Mütter, die der Arzt ähnlich behandeln wird wie sie, mit Traurigkeit erfülle: „Ich finde es traurig, dass es Sie offenbar nicht berührt, all die kleinen Finger, Zehen, Augen und Ohren jeden Tag zu sehen. Ich finde es traurig, dass Sie sich so sehr geirrt haben. Aber vor allem finde ich es traurig, dass Sie nie die Ehre haben werden, meine Tochter kennenzulernen“.

„Weil Sie mir nie die Wahrheit sagten“
„Die schwierigste Zeit in meinem Leben war fast unerträglich, weil Sie mir nie die Wahrheit sagten. Mein Kind ist perfekt“, so Baker. „Ich bin nicht wütend. Ich bin nicht verbittert. Ich bin wirklich nur traurig.“ Die Mutter wolle dem Arzt mit dem Brief nicht nur zeigen, wie bereichernd das Leben mit ihrer Tochter ist, sondern bittet ihn vor allem, allen werdenden Müttern, deren Kinder eine Behinderung haben, die Wahrheit zu sagen, nämlich, dass das Kind perfekt ist, so wie es ist. Dass sich Eltern, deren Kind mit Trisomie 21 geboren werden wird, nicht fürchten müssen, haben Erwachsene mit Down-Syndrom Schwangeren vor Jahren in einem beeindruckenden Video nahegelegt. (ad)

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