Dramatischer Appell an die USA: Finanzierung im Kampf gegen HIV nicht kürzen

Alfred Domke
Expertentreffen: Ausreichende Finanzierung im Kampf gegen HIV gefordert
Zwar wurden in den vergangenen Jahren im Kampf gegen HIV enorme Fortschritte erzielt, doch darauf ausruhen darf sich die Weltgemeinschaft nicht. Bei einer internationalen Konferenz haben Wissenschaftler nun einen drastischen Appell an die USA und andere Geldgeber gerichtet und eine ausreichende Finanzierung im Kampf gegen den Aids-Erreger gefordert.

Kampf gegen HIV muss weitergehen
Weltweit leben derzeit fast 37 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV. Die Vereinten Nationen haben sich im vergangenen Jahr auf einen ehrgeizigen Plan geeinigt: Die globale Aids-Epidemie soll bis 2030 beendet sein. Schon im Jahr zuvor hatte die UN eine Trendwende verkündet und mitgeteilt, dass weltweit rund 40 Prozent weniger HIV-Todesopfer zu beklagen waren. Doch noch immer kommt es zu Neuinfektionen. Der Kampf gegen HIV muss weitergehen. Dafür sind ausreichende finanzielle Mittel nötig.

Ohne Forschung kann die weltweite HIV-Epidemie nicht besiegt werden. Experten haben daher nun eine ausreichende Finanzierung im Kampf gegen den Aids-Erreger gefordert. (Bild: nito/fotolia.com)

Finanzielle Kürzungen kosten Menschenleben
In Paris hat eine internationale Konferenz zum Kampf gegen Aids mit einem dramatischen Appell an die USA und andere Geldgeber begonnen.

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA sagte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS), Linda-Gail Bekker, die von US-Präsident Donald Trump angekündigten „drakonischen“ Budgetkürzungen würden Leben kosten.

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Den Angaben zufolge sind die USA der weltweit größte Geldgeber.

Noch bis Mittwoch werden über 6.000 Wissenschaftler in der französischen Hauptstadt über Fortschritte bei der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit beraten.

Ausreichende Finanzierung gefordert
Die HIV-Epidemie könne ohne Forschung nicht besiegt werden. Wie die HIV-Forscher in Paris erklärten, seien wissenschaftliche Erkenntnisse in den vergangenen 30 Jahren die Basis im Kampf gegen das HI-Virus gewesen, das die Immunschwächekrankheit Aids verursacht.

In der „Pariser Erklärung“ wird eine ausreichende Finanzierung gefordert.

Die Experten schreiben darin: „Ohne ein entschlossenes Engagement zur Forschung können wir die ehrgeizigen internationalen Ziele, lebenslange Behandlung für die mit HIV lebenden 37 Millionen Menschen anzubieten und die Epidemie einzudämmen, nicht erreichen.“

Forschung ist weit vorangeschritten
Die Forschung ist in den vergangenen Jahrzehnten in der Tat weit fortgeschritten. Möglicherweise könnte in Zukunft auch die Heilung von Aids möglich sein, meinen Experten.

Erst vor wenigen Wochen berichteten Wissenschaftler der Lewis Katz School of Medicine an der Temple University (USA) in der Fachzeitschrift „Molecular Therapy“, dass ihnen ein wichtiger Durchbruch bei der Behandlung von HIV gelungen ist.

Sie konnten in Versuchen das Virus von infizierten Zellen abtrennen, indem sie modernste sogenannte genetische Editing-Technologie einsetzten.

Und auch in der Vorbeugung ist die Forschung mittlerweile weit vorangekommen. So gelang es, ein Medikament zu entwickeln, das die Anzahl von HIV-Neuinfektionen bei Männern massiv reduzieren kann. Das Mittel zum Schutz vor Aids wird künftig auch in der EU zugelassen.

Zahl der Todesfälle hat sich halbiert
Laut APA hatten die Vereinten Nationen (UNO) vor dem Treffen mitgeteilt, dass sie Fortschritte im Kampf gegen HIV sehen.

Zahlen der UNO zufolge werden erstmals mehr als die Hälfte der weltweit 36,7 Millionen HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, die den Erreger eindämmen.

Eine weitere positive Meldung: Die Zahl der Todesfälle habe sich seit 2005 auf nun noch eine Million im Jahr halbiert. (ad)