Dreh-Verbot für US-Pornoindustrie nach 3. HIV-Fall

Alfred Domke

Dreh-Verbot für US-Pornoindustrie nach drittem HIV-Fall

08.09.2013

In den USA wurden nach dem Bekanntwerden des dritten HIV-Falles unter Darstellern sämtliche Porno-Dreharbeiten vorerst gestoppt. Seit Jahren wird die milliardenschwere Industrie mit der Forderung nach einer Kondompflicht konfrontiert.

Dreharbeiten vorerst gestoppt
Nachdem es unter US-Pornodarstellern einen dritten HIV-Fall binnen kürzester Zeit gegeben hat, wurden dort alle Dreharbeiten vorerst gestoppt. Wie der Darsteller-Verband Free Speech Coalition am Freitag erklärte, sei zwar noch nicht klar, ob die Ansteckung bei einem Dreh erfolgt sei. „Trotzdem ergreifen wir alle Maßnahmen, um die Quelle ausfindig zu machen und den Kreis der Darsteller zu schützen", so die Direktorin der Gruppe, Joanne Cachapero.

Nicht das erste Moratorium
Das Moratorium solle vorerst unbefristet gelten. Vor wenigen Wochen erst war die Infektion eines Darstellers mit dem Aids-Virus bekanntgegeben worden. Darauf hin wurden die Dreharbeiten vom 21. bis 27. August ausgesetzt und die Sexpartner auf HIV getestet. Als die Industriegruppe Free Speech Coalition bekanntgab, dass das „Risiko einer Übertragung ausgeschlossen ist“, wurde das Moratorium wieder aufgehoben.

Streit über Kondompflicht
Die bekanntgewordenen HIV-Fälle werden vermutlich den in den USA seit Jahren tobenden Streit über eine Kondompflicht für Porno-Darsteller weiter anheizen. Im vergangenen Jahr hatten etwa Bürger des Kreises Los Angeles gegen den Widerstand der Industrie eine dementsprechende Vorschrift verabschiedet. Davon ist auch das San-Fernando-Tal betroffen, das Zentrum der US-amerikanischen Porno-Industrie. Im letzten Jahr hatte es bereits ein Drehmoratorium gegeben, damals wegen dem Bekanntwerden von fast einem Dutzend Syphilis-Erkrankungen unter Darstellern.

HIV wird häufig erst sehr spät erkannt
Ob die Unterbrechung der Dreharbeiten für manche Darsteller nicht zu spät kommt, wird sich erst noch zeigen müssen. Denn das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) wird häufig erst sehr spät oder in manchen Fällen sogar gar nicht erkannt – dabei ist eine möglichst frühe Diagnose besonders wichtig, denn nur so kann das Risiko weiterer Neuansteckungen minimiert und eine effektive Behandlung begonnen werden. Wird der HI-Virus, der zur Familie der Retroviren gehört, hingegen nicht behandelt, führt dieses in den meisten Fällen nach einer unterschiedlich langen – zumeist mehrjährigen – Inkubationszeit zu AIDS. (ad)

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Bild: Ich-und-Du / pixelio.de